Erfolg von Transplantation altersabhängig

Foto: Chirurgische Instrumente

Die Transplantation einer Leber gilt
als sehr schwierige Operation;
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Der Bedarf an Lebern für die Organtransplantation übersteigt die Nachfrage deutlich. Weltweit wird daher nach einer Alternative dazu gesucht. Diese wird in der Transplantation von Leberzellen gesehen. Doch bisher waren die Ergebnisse solcher Transplantationen oftmals nicht ausreichend. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben nun herausgefunden, dass dies vor allem am Alter des Empfängers liegt.

Die transplantierten Zellen, welche durch eine Infusion oder Injektion verabreicht werden, sollen in die Leber wandern, sich dort vermehren und die Funktion der zerstörten Leberzellen übernehmen, so dass das Organ wieder die normalen Aufgaben wie das Herausfiltern von Schadstoffen übernehmen kann. Bisher ist diese Therapieform vor allem in Tierversuchen erfolgreich erprobt worden. Die Anwendung beim Menschen jedoch scheint bisher nur bedingt erfolgreich.

Die Forscher fanden in Versuchen mit Ratten nun heraus, dass nicht das Alter des Spenders, sondern das des Empfängers den großen Unterschied ausmacht, ob die transplantierten Zellen sich in der Leber vermehren und die Funktion übernehmen oder nicht. Ursache könnte das geringe Vorhandensein eines für das Zellwachstum wichtigen Wachstumsfaktors beim Empfänger sein.

In den Versuchen konnten die Wissenschaftler feststellen, dass bei älteren Empfängern die Wachstumsrate der transplantierten Zellen im Vergleich mit jüngeren Empfängern um das Zehnfache geringer war. Aber gerade ältere Patienten stehen auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Das Alter des Spenders, fanden die Forscher heraus, hatte allerdings keinen Einfluss auf den Erfolg der Transplantation.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg