Erfolgreiche Kooperationen für Krankenhäuser

23.05.2014
Foto: Ärzten legen ihre Fingerspitzen aneinander

Kooperationen lohnen sich für Krankenhäuser wirtschaftlich vor allem mit anderen Krankenhäusern; ©jcbprod/ panthermedia.net

Nicht jede Partnerschaft bringt für ein Krankenhaus auch die erhofften positiven Effekte. Am produktivsten sind diejenigen unter Gleichgesinnten – also mit anderen Krankenhäusern, wie jetzt Forscher am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) herausgefunden haben.

Sie untersuchten dabei sowohl administrative als auch medizinische Kooperationen im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit. Neben der Intensität wurde auch die Breite der Partnerschaften analysiert. Dies ist die erste Studie, die das Kooperationsverhalten deutscher Krankenhäuser basierend auf einer umfassenden Datenerhebung analysiert.

Insbesondere die Kooperationen auf administrativer Ebene ergaben messbare Auswirkungen auf die Produktivität der Krankenhäuser. So wirkte es sich besonders positiv aus, wenn Krankenhäuser beispielsweise beim Einkauf und Controlling zusammenarbeiten, eine Apotheke oder Serviceeinrichtungen wie Wäscherei und Küche gemeinsam betreiben und ihre Kompetenzen bei Preisverhandlungen bündeln. Wirtschaftlich gute Ergebnisse konnten dabei sowohl bei breiten als auch tiefen Beziehungen innerhalb eines Krankenhauses erreicht werden. Ebenfalls erzielten die Krankenhäuser positive Effekte, die mit niedergelassenen Ärzten beziehungsweise Reha-Einrichtungen im Rahmen von breiten Kooperationsvereinbarungen kooperieren.

Allerdings: Wer sowohl administrative Partnerschaften mit anderen Krankenhäusern als auch mit Ärzten oder Reha-Einrichtungen eingeht, muss mit spürbar negativen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis rechnen. „So kann eine Kooperation auch das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich erreicht werden soll“, so Antonia Büchner, Forscherin am Hamburg Center for Health Economics. „Eine Erklärung hierfür können größere administrative Aufwendungen für das Handling der unterschiedlichen Partnerschaften und ein exponentieller Anstieg der Transaktionskosten sein.“

Generell gilt: Kooperationen in der Breite sind immer denjenigen in der Tiefe vorzuziehen. Dies betrifft im Besonderen auch die Beziehungen zwischen Krankenhäusern und Ärzten beziehungsweise Reha-Einrichtungen: Die besten wirtschaftlichen Ergebnisse erzielten die Krankenhäuser, die auf viele Partner gesetzt haben.

„Einzelne Kooperationen sollten daher immer im Gesamtkontext der Krankenhausstrategie betrachtet werden und nicht eine Einzelentscheidung sein“, empfiehlt Prof. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. „Diese Forschungsarbeit zeigt, dass bereits die Wahl der Kooperationsebene eine grundsätzliche Tendenz über den wirtschaftlichen Erfolg einer Partnerschaft liefert.“

Die Datengrundlage der Studie setzt sich aus drei Quellen zusammen: eine bundesweite Befragung von Krankenhausgeschäftsführungen, Kennzahlen aus den Jahresabschlüssen der Krankenhäuser sowie Daten zur Raum- und Stadtentwicklung. Insgesamt nahmen an der Erhebung rund 20 Prozent der deutschen Krankenhäuser teil.

MEDICA.de; Quelle: Universität Hamburg