Europa hat im internationalen Vergleich zwar immer noch relativ niedrige Infektionsraten, doch die Zahl der HIV-Neuinfektionen steigt. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 2500 Neuinfektionen. Das bedeutet 33 HIV-Infektionen pro 1 Million Einwohner. In der Schweiz waren es 108 und in Großbritannien 122 Neudiagnosen pro 1 Million. Diese Zahlen belegen den Erfolg der langjährigen und intensiven HIV-Prävention in Deutschland. Trotzdem ist der Anstieg der Infektionszahlen eine sehr ernste Warnung, mit den Präventionsbemühungen auf keinen Fall nachzulassen, sondern die Anstrengungen zu verstärken.

Nach der neuen Repräsentativerhebung „Aids im öffentlichen Bewusstsein 2005“ der BZgA nutzt die sexuell aktive Bevölkerung nach einer Phase, in der der Schutz vernachlässigt wurde, wieder mehr Kondome. So ist der Anteil derer, die angeben, zu Beginn neuer Sexualkontakte Präservative zu benutzen, von 70 Prozent im Jahr 2004 auf 75 Prozent im Jahr 2005 gestiegen. Auch die Kondomabsatzzahlen steigen wieder an. Von 2001 auf 2003 sanken sie auf 189 Millionen. Im Jahr 2004 begann der Kondomabsatz wieder zu steigen und lag im vorigen Jahr bei 200 Millionen.

Die Studie zeigt weiter, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung zwar der Meinung ist, dass bei neuen sexuellen Beziehungen unbedingt Kondome verwendet werden sollten. Die Anzahl derer, die das Kondom dann tatsächlich benutzen ist allerdings geringer. Grund ist die Angst, die neu entstehende Beziehung dadurch zu gefährden. Auch Alkohol spielt eine wichtige Rolle. Im letzten Jahr gaben 70 Prozent der Befragten mit neuen Sexualkontakten an Schwierigkeiten gehabt zu haben, Kondome tatsächlich zu benutzen.

MEDICA.de; Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung