Erfolgreiche Stammzelltransplantation

Foto: Arzt mit Patientin

Besonders ältere Menschen sind von
dieser Sonderform der Leukämie be-
troffen;©Picture Disk

Das konnte die Deutsche CLL-Studiengruppe in einer von Professor Peter Dreger, Leiter der Sektion Stammzelltransplantation des Universitätsklinikum Heidelberg, geleiteten Studie zeigen.

Die CLL ist die häufigste Leukämieform in den Industrienationen und tritt vor allem im höheren Lebensalter auf. In vielen Fällen nimmt sie einen gutartigen Verlauf. Es gibt aber Patienten, bei denen die Erkrankung nicht auf die Standard-Chemo- oder Antikörpertherapie anspricht. Patienten mit einer solchen Hoch-Risiko-CLL sterben oft innerhalb weniger Jahre nach der Diagnose. Bei einem Teil der Patienten lässt sich der ungünstige Verlauf aufgrund typischer chromosomaler Veränderungen in den Leukämiezellen (Deletion 17p-) vorhersagen.

Studienärzte an 16 verschiedenen Behandlungszentren schlossen 90 Patienten mit einer aggressiven Verlaufsform in die Studie ein. Im Rahmen der Stammzelltransplantation erhielten die Patienten eine dosisreduzierte Chemotherapie, sodass die Akutverträglichkeit der Transplantation sehr gut war. Bei ungefähr der Hälfte der untersuchten Patienten ließen sich langfristig keine CLL-Zellen mehr im Blut nachweisen, was mit einer weitgehenden Rezidivfreiheit für die Zeit der Nachbeobachtung verbunden war.

„Unsere Studie ist die bisher größte an diesem Patientenkollektiv und konnte nachweisen, dass die allogene Stammzelltransplantation bei einer Hoch-Risiko-CLL eine vielversprechende Therapieoption darstellt und womöglich sogar zur Heilung dieser ansonsten unheilbaren Leukämieart führen kann“, sagt der Professor.

Die allogene Stammzelltransplantation ist eine sehr risikoreiche Therapieform. Durch das verbesserte Verfahren konnte die Verträglichkeit wesentlich erhöht werden. Das Hauptrisiko bleibt jedoch die „Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion. „Entscheidend ist, die übertragenen Spender-Immunzellen so zu steuern, dass die Wirkung stark genug ist, die Leukämiezellen zu eliminieren, aber nicht so stark, dass es zu Komplikationen an anderen Geweben oder Organen kommt. Hierbei sind die regelmäßigen Messungen der CLL-Zellen im Blut ein neues, außerordentlich hilfreiches Instrument“, so Dreger.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg