05.02.2007

iSOFT Deutschland GmbH

Erfolgreicher Start der elektronischen Gesundheitskarte

Der erste große Feldversuch mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der sächsischen Testregion Löbau-Zittau ist erfolgreich angelaufen. iSOFT Deutschland ist maßgeblich an dem größten deutschen Projekt der Informationstechnologie (IT) im Gesundheitswesen beteiligt. In Löbau-Zittau - www.saxmedicard.de - sowie in der zweiten Testregion Flensburg wurden die ersten 10.000 gesetzlich Krankenversicherten mit der neuen Chipkarte ausgestattet. Durch eine Digitalisierung des Gesundheitswesens („eHealth“) könnten bis zu 25 Mrd. Euro jährlich eingespart werden, hat eine aktuelle Studie* der iSOFT Deutschland GmbH ermittelt.
Als Voraussetzung wird allerdings eine verpflichtende Einführung der eGK-Chipkarte bei den rund 123.000 niedergelassenen Ärzten, 65.000 Zahnärzten, 21.000 Apotheken, 2.200 Krankenhäusern und knapp 270 Krankenkassen sowie allen 80 Millionen gesetzlich wie privat Versicherten genannt. Die internationale iSOFT-Gruppe gehört zu den maßgeblichen Softwarelieferanten beim weltweit größten IT-Projekt im Gesundheitswesen, dem britischen „National Program for IT“ (NPfIT). Das Projekt soll in Großbritannien zu Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen in ähnlicher Größenordnung führen, wie sie die aktuelle iSOFT-Studie auch in Deutschland für erreichbar hält.

Den geplanten stufenweisen Aufbau der eGK-Infrastruktur in Deutschland hält Peter Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der iSOFT Deutschland GmbH, für „sinnvoll, solange das Ziel der elektronischen Vernetzung aller Beteiligten nicht aus dem Auge verloren wird. Digitale Informationen müssen fester Bestandteil der Behandlungskette werden.“ Die deutsche Gesundheitskarte soll zunächst nur die Abrechnungs- und einige wenige medizinische Patientendaten speichern. Mit der flächendeckenden Einführung ist vorgesehen, dass Rezepte in der Arztpraxis bzw. der Klinik auf die Karte aufgespielt und in der Apotheke gelesen werden. In einem weiteren Stadium sollen alle ausgehändigten Medikamente und später auch Notfalldaten wie beispielsweise die Blutgruppe auf dem Chip gespeichert werden.

„Diese ersten Schritte sind aber nur Vorgeplänkel, das hauptsächlich dazu dient, alle Beteiligten an die neue Karte zu gewöhnen und die notwendigen Lesegeräte und Softwaresysteme zu etablieren“, sagt Peter Herrmann: „Der erwünschte Quantensprung auf der Kostenseite wird sich erst durch die für später geplante Kopplung der Chipkarte mit der elektronischen Patientenakte einstellen, die den Endpunkt der Entwicklung markiert.“ Die eGK wird dann lediglich den Schlüssel zu diesen Daten darstellen. Durch die Kopplung soll es möglich werden, dass der Arzt oder Apotheker auf alle nötigen Patientendaten zugreifen kann, egal, bei welcher Untersuchung in welcher Praxis oder in welchem Krankenhaus diese angefallen sind.

„Erst durch den Zugang zu allen für die Behandlung relevanten Daten lassen sich kostspielige Doppeluntersuchungen konsequent vermeiden“, betont Peter Herrmann und fügt hinzu: „Es wird sicherlich noch Jahre dauern, bis das heute übliche Papierverfahren durch die neuen elektronischen Systeme vollständig abgelöst wird.“ Die aktuelle iSOFT-Studie geht davon aus, dass allein im nächsten Jahr durch die mangelhafte Computervernetzung mehr als 10 Mrd. Euro im deutschen Gesundheitssystem verschwendet werden.



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* Der iSOFT-Report 2007 über den Status und die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland basiert auf einer Expertenbefragung von 100 Fach- und Führungskräften aus allen Bereichen des Gesundheitssystems, von Körperschaften des öffentlichen Rechts über Organisationen, die in staatlichem Auftrag hoheitliche Auf­gaben wahrnehmen, bis hin zu privaten Verbänden einzelner Interessensgruppen. Herausgeber der Studie ist die auf das elektronische Gesundheitswesen (eHealth) fokussierte iSOFT-Gruppe, die u. a. maßgeblich am weltweit größten Projekt für Informationstechnologie (IT) im Gesundheitswesen beteiligt ist.