Cholesterin-senkende Wirkstoffe, vor allem die Statine, werden immer häufiger verschrieben. Sie haben klar bewiesen, dass sie das Risiko kardiovaskuläre Ereignisse senken können. Verschiedene Studien zeigten, dass es offenbar einen Dosis-Wirkungs-Effekt gibt: Je stärker das LDL-Cholesterin durch Statine abgesenkt wird, desto höher der kardiovaskuläre Nutzen.

Nun zeigt eine Studie, dass die starke Absenkung des LDL-Cholesterins offenbar auch negative Wirkungen hat: Für diese Meta-Analyse wurden 23 einschlägige Studien bis zum Jahre 2005 untersucht, in denen die Wirkung verschiedener Statine analysiert wurde. Darunter waren große Studien wie zum Beispiel die Scandinavian Simvastatin Survival Study (4S), West of Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOPS), Long-term Intervention with Pravastatin in Ischemic Disease (LIPID)-Studie, die Heart Protection Study (HPS) und andere. Insgesamt 75.317 Probanden hatten daran teilgenommen, 309.506 Patientenjahre konnten überblickt werden.

Die Meta-Analyse zeigt, dass mit der Dosis der Statine auch die Leberenzyme ansteigen. Pro zehn Prozent Absenkung des LDL-Cholesterins stieg die Rate erhöhter Leberenzyme pro 100.000 Personenjahre unter hohen Dosen von Statinen um das 2,5-fache stärker an als unter schwachen Dosen. Die Daten reichten allerdings nicht aus, um einen Zusammenhang zwischen der Dosis der Statine und der Rate von Rhabdomyolysen aufzuzeigen.

Mit aller Vorsicht kann man auch eine vorläufige Aussage zum Zusammenhang von aggressiver LDL-Senkung mit Hilfe von Statinen und dem Krebsrisiko machen: Demnach gibt es einen kleinen, aber statistisch signifikanten Anstieg von Krebserkrankungen, wenn die Probanden hohe Dosen von Statinen einnehmen im Vergleich zu geringeren Dosen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American College of Cardiology (JACC) 2007, Vol. 50, S. 409-422