Kartoffeln wurden von der „US Department of Agriculture (USDA)” 1992 offiziell als gesundes Nahrungsmittel eingestuft. Allerdings steht diese Erdfrucht schon seit einiger Zeit im Verdacht, das Risiko eines Diabetes mellitus Typ 2 zu erhöhen. Grund dafür könnte der hohe glykämische Index der Kartoffel sein. Insofern hat das positive Image der Kartoffel kleine Risse bekommen.

Genaueres erbrachte nun eine prospektive Studie – Teiluntersuchung der „Nurses' Health Study“ – mit 84.555 Frauen im Alter zwischen 34 und 59 Jahren. Alle Frauen waren zu Beginn gesund und füllten einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus.

Innerhalb des 20jährigen Nachbeobachtungszeitraums wurde bei 4.496 Teilnehmerinnen ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert. Nachdem man verschiedene Faktoren herausgerechnet hatte, zeigte sich: Ein hoher Konsum von Kartoffeln und Pommes frites erhöht das Risiko, an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, tatsächlich signifikant. Jene Frauen, deren Kartoffelkonsum in der obersten Quintile lag hatten im Vergleich zur untersten Quintile ein 1,14-fach erhöhtes Risiko (p gleich 0.009). Noch deutlicher das Verhältnis bei Pommes frites: Oberste zur untersten Quintile: 1,21-fach erhöhtes Diabetesrisiko (p kleiner 0.0001). Am größten waren die Unterschiede bei jenen Frauen, die sich wenig bewegen.

Die Studie hat gewisse Probleme, das geben auch die Autoren zu: Hoher Konsum von Kartoffeln und insbesondere Pommes frites ist Teil der westlichen, oft nicht sehr gesunden Ernährung. Möglicherweise, so schreiben sie selbst, hat ihre Studie nicht nachgewiesen, dass Kartoffeln das Diabetesrisiko erhöhen, sondern die westlichen Ernährungsgewohnheiten an sich. Weitere Studien sollen nun klären, welche Rolle der Kartoffel als tatsächlicher Risikofaktor zukommt, unabhängig von anderen Ernährungsgewohnheiten.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2006, Vol. 83, S. 284-290