Serum-Aminotransferasen wie die Aspartat-Aminotransferase (AST) und die Alanin-Aminotransferase (ALT) sind wertvolle Indikatoren für Lebererkrankungen und werden routinemäßig in der klinischen Praxis bestimmt. Um so erstaunlicher, dass bislang nur ungenügend untersucht wurde, inwiefern diese Laborparameter Indikatoren einer möglicherweise erhöhten Mortalität sind.

Dieser Frage widmete sich jetzt eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. W. Ray Kim vom Mayo Clinic College of Medicine, Rochester, Minnesota in den USA. Als Datenbasis ihrer Untersuchung dienten alle Bewohner der Region Olmstedt County in Minnesota, die sich im Jahre 1995 mindesten einmal in die Behandlung der Mayo-Klinik begeben hatten. Bei 18.401 Personen traf dies zu und man hatte damals bei ihnen mindesten einmal die beiden Aminotransferasen analysiert. Alle Probanden wurden bis zum Jahre 2006 nachverfolgt. Mit Hilfe verschiedener Register konnten die Studienleiter dann nachverfolgen, welche dieser Probanden wann gestorben waren.

Bei 2.350 Personen (13 Prozent) waren die AST-Werte 1995 über der Norm. 6.823 (13 Prozent) Personen hatten übernormal hohe ALT-Werte gehabt. Während des Nachbeobachtungszeitraums starben 4.639 Personen.

Beim Vergleich der Todesraten mit den Aminotransferase-Werten im Jahre 1995 zeigte sich, dass ein AST-Wert, der höchstens doppelt so hoch ist wie der Normalwert, das Mortalitätsrisiko um 32 Prozent nach oben treibt. Liegt dieser Wert aber mehr als doppelt so hoch wie der Normalwert, steigt das Mortalitätsrisiko sogar um 78 Prozent an. Einen vergleichbaren Risikoanstieg verzeichnet man auch bei abnormal hohen ALT-Werten: nämlich um bis zu 21 Prozent beziehungsweise 59 Prozent. Jene Probanden, die normale Aminotransferase-Werte aufwiesen, hatten dagegen sogar ein leicht erniedrigtes Mortalitätsrisiko.

Diesen Transferasen sollte man daher in der Labormedizin größere Beachtung schenken, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: Hepatology 2008, Vol. 47, S. 880-887