Erhöhte Komplikationsrate bei Frauen mit niedrigem Gesamtrisiko

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in der Bevölkerung. Frühere Studien an älteren Bevölkerungsgruppen mit einer erheblichen Häufung von relevanten Begleiterkrankungen haben gezeigt, dass Patientinnen mit Vorhofflimmern ein erhöhtes Risiko aufweisen zu sterben oder an anderen schwerwiegenden Komplikationen zu erkranken. Auffällig an diesen Studien war, dass dieses Risiko besonders in den ersten 30 Tagen nach der ersten Vorhofflimmer-Diagnose auftrat, was den Schluss nahelegte, dass hauptsächlich die schwerwiegenden Begleiterkrankungen dafür verantwortlich waren und nicht die Rhythmusstörung selbst.

Eine Studie von Universität und Universitätsspital Basel mit gesunden Frauen konnte nun das aus früheren Studien bekannte Sterberisiko durch Vorhofflimmern bestätigen, obwohl das Mortalitätsrisiko innerhalb der ersten 30 Tage nach Diagnosestellung nicht erhöht war. Das absolute Sterberisiko in der von Professor David Conen geleiteten Studie war insgesamt tief, was das niedrigere Gesamtrisiko dieser Population herausstreicht.

Aus Conens Studie kann weiter gefolgert werden, dass ein Teil des erhöhten Sterberisikos bei Patientinnen mit Vorhofflimmern durch schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfall oder Herzschwäche bedingt ist, sodass durch eine optimale Prävention und eine strikte Behandlung dieser Komplikationen eine Verringerung des Sterberisikos bei Patientinnen mit Vorhofflimmern erreicht werden kann. Dieser Aspekt ist wichtig, da bisher praktisch keine Behandlung des etablierten Vorhofflimmerns eine Reduktion der Mortalität gezeigt hat. Schliesslich fanden die Studienmacher Hinweise, dass Frauen mit vorübergehendem Vorhofflimmern ein niedrigeres Risiko aufweisen als Frauen mit permanentem Vorhofflimmern.


MEDICA.de; Quelle: Universität Basel