Nach herzchirurgischen Eingriffen mit Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (EKZ) sind Gastrointestinale Komplikationen mit einer Inzidenz von 0,6 bis zwei Prozent selten. Die NOMI macht ungefähr 20 Prozent dieser gastrointestinalen Komplikationen aus. Ihre Letalität beim natürlichen Verlauf liegt jedoch bei 30 bis 93 Prozent. Insbesondere gibt es kaum zuverlässige klinische Parameter, die eine rechtzeitige Diagnose ermöglichen.

In einer Arbeit sollte nun herausgefunden werden, ob Serumlaktat ein zuverlässiger Parameter in der Vorhersage von Morbidität und Letalität in Patienten mit angiographisch dokumentierter NOMI ist. Zwischen Januar 2000 und Dezember 2004 wurde bei 67 Patienten mit Ileussymptomatik nach herzchirugischem Eingriff und Verdacht auf NOMI eine selektive Mesenterikographie der Arteria mesenterica superior (AMS) durchgeführt und die NOMI anhand des Schweregrades in Normalbefund, mittelgradige und ausgeprägte NOMI eingeteilt.

Bei 17 Patienten (25 Prozent) zeigte die Mesenterikographie einen Normalbefund, bei 30 Patienten 45 Prozent) bestand eine mittelgradig ausgebildete NOMI und bei 20 Patienten (30 Prozent) eine ausgeprägte NOMI. Alter, Body-Mass-Index, EKZ- und Aortenabklemmzeit waren keine signifikanten Risikofaktoren für den Schweregrad der postoperativen NOMI.

Auch länger dauernde Therapie mit Adrenalin oder Noradrenalin zeigte keinen Einfluss auf das Ausmaß der NOMI. Serumlaktat war mit 6,8 mg/dl jedoch signifikant höher in der Gruppe mit ausgeprägter NOMI als in der Gruppe mit mittelgradiger NOMI (2,3 mg/dl) oder bei unauffälligem Befund (2,3 mg/dl) (p kleiner 0,01).

MEDICA.de; Quelle: 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax,- Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)