Retrospektive Studien haben den Verdacht aufkommen lassen, dass eine leichte Erhöhung des Kreatinkinase-MB (CK-MB) Isoenzyms nach einer perkutanen koronaren Intervention ein guter Marker für eine langfristig erhöhte Mortalität sein könnte. Allerdings war dieser Befund immer umstritten. Ebenfalls unklar ist, ob alternative Marker wie die kardialen Troponine bessere Marker sind. In einer multizentrischen Studie wurde daher nun untersucht, welche Aussagekraft die Erhöhung von CK-MB beziehungsweise Troponin I (cTnI) nach einer perkutanen koronaren Intervention auf das Langzeitüberleben hat.

Im Rahmen der „CK-MB and PCI“-Studie wurden 3.494 Patienten untersucht. Alle hatten sich zwischen Februar und Oktober 2000 in 16 italienischen Herzzentren einer perkutanen koronaren Intervention (PCI) unterzogen. Zu Beginn der Studie und nach acht bis zwölf beziehungsweise 18 bis 14 Stunden nach dem Eingriff entnahm man den Patienten Blutproben.

Bei 16 Prozent der Patienten war der CK-MB-Wert erhöht. Dies bedeutete eine Verdoppelung des Zwei-Jahres-Todesrisikos von 3,8 Prozent auf 7,2 Prozent (p kleiner 0.001). Unabhängig von der absoluten zeigte auch die Stärke der CK-MB-Erhöhung (peak CK-MB ratio) einen Zusammenhang mit der Mortalität: Je steiler der Anstieg, desto höher die Zwei-Jahres-Mortalität.

Bei 44,2 Prozent der Patienten war auch der cTnI-Wert erhöht. Dies hatte jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Mortalitätsrate.

Bei dem koronaren Eingriff sollten Ärzte sich daher bemühen, keine CK-MB-Erhöhung zu induzieren, schreiben die Studienleiter. Auf jeden Fall ist der Patient nach dem Eingriff zu untersuchen. Etwaige CK-MB-Erhöhungen sollten konsequent dokumentiert werden.

MEDICA.de; Quelle: European Heart Journal 2005, Vol. 26, S. 1494-1498.