Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes

Genetische Varianten erhöhen
das Diabetesrisiko
© NCI Visuals Online

Die Wissenschaftler identifizierten mehrere genetische Varianten des TCF7L2-Gens. Die Variante HapB(T2D) birgt danach das höchste Risiko, an Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Menschen mit einer Kopie dieser Variante besitzen ein um circa 45 Prozent erhöhtes Risiko. Bei zwei Kopien erhöht sich das Risiko sogar um 100 Prozent.

Im Rahmen dieser internationalen Kooperation wiesen Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Varianten des TCF7L2-Gens und dem Körpergewicht nach. Je nachdem welche Variante des TCF7L2-Gens im Erbgut vorhanden ist, hat man eine etwas höhere oder etwas niedrigere genetische Risikoveranlagung, übergewichtig zu werden.

Dieser Effekt ist bei Männern stärker als bei Frauen: Männer mit der HapB(T2D)-Variante wiegen durchschnittlich etwas weniger in Relation zur Körpergröße, haben also einen geringeren Body Mass Index (BMI). Im Gegensatz dazu besitzen Männer mit der genetischen Variante HapA einen höheren BMI.

Obwohl die HapA-Genvariante das Risiko für die Entwicklung von Übergewicht erhöht, spielt sie bei der Entwicklung des Typ 2 Diabetes nur eine nebensächliche Rolle. Anders die HapB(T2D)-Genvariante – sie führt zwar dazu, dass die Menschen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße weniger wiegen, birgt aber ein besonders hohes Risiko für Typ-2-Diabetes.

"Diese Tatsache hat uns verblüfft," so Professor Johannes Hebebrand, Koordinator des NGFN- Neuronetzes Adipositas. "Da ein Typ 2 Diabetes häufig mit Übergewicht einhergeht, hätten wir etwas anderes erwartet. Gleichzeitig zeigt uns dieses Ergebnis aber, wie komplex diese Krankheit ist und lässt vermuten, dass Menschen mit einer HapB(T2D)-Variante unter einer anderen Form des Typ 2 Diabetes leiden, als diejenigen, die ihn bei Übergewicht entwickeln."

MEDICA.de; Quelle: Nationales Genomforschungsnetz