Die Inzidenz der venösen Thrombose liegt bei eins bis drei pro 1.000 Personenjahren. Mit dem Alter steigt die Inzidenz und kann dann bei zehn pro 1.000 Personenjahren liegen. Der gesunde Menschenverstand sagt zwar, dass Sport und körperliche Bewegung das Risiko einer venösen Thrombose vermindern dürfte. Studien haben aber uneinheitliche Ergebnisse gebracht. Die Wissenschaftlerin Dr. Susan R. Heckbert von der University of Washington in Seattle, USA, und ihr Team haben dies genauer untersucht.

Sie konnten auf die Daten der „Cardiovascular Health Study“ zurück greifen, an der 5.534 Personen im Alter über 65 Jahre teilnahmen. Keiner der Teilnehmer hatte zu Beginn der Studie eine venöse Thrombose. Die Nachbeobachtungszeit lag bei durchschnittlich 11,6 Jahren. Während dieses guten Jahrzehnts gaben die Probanden mehrfach Auskunft über den Grad ihrer sportlichen Betätigung.

Während des Nachbeobachtungszeitraums trat bei 171 Probanden erstmals eine Venenthrombose auf. Nachdem man bei den Studienteilnehmern Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Body Mass Index heraus gerechnet hatte, zeigte sich kein statistisch nachweisbarer Zusammenhang zwischen der sportlichen Betätigung zu Beginn der Studie und dem Risiko einer Venenthrombose im Nachbeobachtungszeitraum.

Als man dann aber die geschätzte Bewegungsintensität während des Nachbeobachtungszeitraums berücksichtigte, zeigte sich ein schwacher Trend hin zu einem größeren Risiko für Venenthrombosen bei jenen Damen und Herren, die sich überdurchschnittlich viel bewegten. Dies galt besonders für sportliche Aktivitäten, die anstrengend sind. Leichte körperliche Aktivitäten dagegen scheinen das Risiko eher zu senken. All diese Beobachtungen gelten sowohl für primäre wie auch sekundäre Venenthrombosen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Geriatrics Society 2008, Vol. 56, S. 517-522