Davon fallen rund 1,2 Milliarden Euro als direkte Kosten beispielsweise für die Behandlung der Frühinvaliden an. Die Folgekosten der arbeitsbezogenen Frühinvalidität für die Rentenversicherung unter anderem durch entgangene Beitragszahlungen und Effekte auf die Altersrente lassen sich jährlich mit mindestens 2,8 Milliarden Euro ansetzen. Hinzu kommen indirekte Kosten nach dem Humankapitalansatz wie zum Beispiel entgangene Arbeitseinkommen.

Zu diesen Ergebnissen kommt ein Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das vom Institut für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wurde

Das deutsche Sozialbudget wies 2003 rund 20,4 Milliarden Euro für gesundheitsbedingte Frührenten aus. Für die Akteure in der Prävention ist es wichtig, die beruflichen Einflüsse auf die Frühinvalidität und die damit verbundenen Kosten zu kennen. Schließlich lassen sich mit diesen Informationen präventive Maßnahmen steuern.

Bei ihrer Auswertung identifizierte das Forschungsteam "Arbeitsschwere" und "geringen Handlungsspielraum" als wichtigste berufliche Belastungen. Allein durch moderate Verbesserung des Handlungsspielraums bei der Arbeit ließen sich potenziell jährlich bis zu 2 Milliarden Euro einsparen. Sowohl Bergleute, als auch Pflegekräfte beiderlei Geschlechts tragen ein hohes Berentungsrisiko.

Da krankheitsbedingte Erwerbsunfähigkeit bereits im Vorfeld der Frühberentung auch für die Krankenversicherung relevant wird, ergibt sich damit ein erhebliches Präventionspotenzial für eine die Sozialversicherungszweige übergreifende Kooperation.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin