Dr. Jörg Distler vom Universitätsklinikum Erlangen untersucht die Funktion von Mikropartikeln bei Entstehung und Verlauf von entzündlichen Gelenkerkrankungen. An der Immunabwehr beteiligte Zellen setzen diese winzigen Vesikel frei, wenn sie stimuliert werden oder der Zelltod eintritt. Die Partikel tragen zur Kommunikation innerhalb des Immunsystems bei und regen gezielt die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen und von Enzymen an, die Bindegewebe abbauen.

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis häufen sich solche Mikropartikel in der Flüssigkeit, die von der Innenhaut von Gelenken als "Gelenkschmiere" produziert wird, in auffallend hoher Zahl. Sehr wahrscheinlich spielen sie für die chronische Entzündung und die fortschreitende Zerstörung der Gelenke, die charakteristischen Symptome dieser Krankheit, eine wichtige Rolle.

Als Mechanismus der interzellulären Kommunikation sind Mikropartikel noch kaum erforscht. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung, die der Förderpreis bietet, kann Jörg Distler seine Forschungen intensivieren. Wenn der Anteil von Mikropartikeln am Ablauf der Krankheitsprozesse genauer verstanden ist, könnten neue Strategien zur Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen darauf aufbauen.

Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung vergibt alljährlich zum Todestag des Stifters, des Hamburger Kaufmanns und Reeders Ernst Jung, mehrere Forschungspreise. Der Ernst Jung-Karriere-Förder-Preis für medizinische Forschung, der jungen deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine reizvolle berufliche Perspektive im Inland aufzeigen soll, wird 2007 erst zum zweiten Mal verliehen. Er geht an erfolgreiche Nachwuchswissenschaftler, die nach mindestens zweijähriger Forschungsarbeit im Ausland nach Deutschland zurückkehren, wissenschaftlich arbeiten und gleichzeitig ihre Facharztausbildung anstreben.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg