Mit dem medizinischen Fortschritt steigt auch die Zahl der Patienten, die eine Krebserkrankung überleben. Damit wächst der Bedarf an gesicherten Informationen zur Ernährung und zum Lebensstil nach einer Krebserkrankung. Vor diesem Hintergrund haben Experten der „American Cancer Society“ (ACS) Leitlinien zu diesem Thema entwickelt. Diese Leitlinien gelten nicht nur für Überlebende einer Krebserkrankung sondern auch für Patienten mit einem fortgeschrittenen Karzinom. Sie berücksichtigen, dass Behandlungen wie Radiotherapie, Chirurgie und Chemotherapie die Ernährungsbedürfnisse eines Patienten deutlich beeinträchtigen können. Die Leitlinien sagen unter anderem:

Überlebende einer Krebserkrankung, die unter wenig Appetit leiden, sollten häufiger kleine Portionen essen, möglichst ohne Flüssigkeit. Gelingt es diesen Patienten nicht, sich ausreichend gesund zu ernähren, dann kommen spezielle Getränke in Frage, die mit Nährstoffen oder Kalorien angereichert sind. In besonderen Fällen können pharmakotherapeutische Maßnahmen angezeigt sein, unter Umständen auch eine enterale Sondenernährung beziehungsweise parenterale Nährstoffzufuhr.

Keinen eindeutigen Standpunkt hat die Leitlinie in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel während einer Krebsbehandlung. Ob es sinnvoll ist, dann besondere Vitamine, Nährstoffe oder Pflanzenauszüge zu sich zu nehmen, bleibt ungeklärt. Möglicherweise sind Zusatzstoffe wie Folsäure oder Antioxidantien sogar schädlich, weil sie den radiotherapeutischen beziehungsweise chemotherapeutischen Angriff auf die Krebszellen abschwächen.

Sport ist grundsätzlich gut. Allerdings sollten immunsupprimierte Patienten zurückhaltend sein, bis ihre Leukozyten wieder angestiegen sind. Wer sich einer Strahlentherapie unterziehen muss, sollte chloriertes Wasser wie zum Beispiel in Schwimmbädern meiden.

MEDICA.de; Quelle: CA Cancer J Clin 2006, Vol. 56, S. 323-353