Erreger bekämpfen

Foto: HI-Viren

Elektronenmikroskopische Auf-
nahme von HI-Viren;
© Universitätsklinikum Heidelberg

32 führende Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland vereinen ihre Expertise und wollen künftig gemeinsam gegen Infektionen vorgehen. Das Universitätsklinikum Heidelberg ist mit dem Forschungsprogramm „Heidelberg Centre for Infectious Diseases“ beteiligt. Koordinator für Heidelberg ist Professor Hans-Georg Kräusslich. Die Experten widmen sich schwerpunktmäßig der Entwicklung von Interventionsstrategien gegen Infektionen mit Viren, zum Beispiel Hepatitis- und Papillom-Viren und HIV, sowie Parasiten; hierbei werden neue Ansatzpunkte für Impfung und Therapie etabliert und klinisch erprobt. Daneben steht die Untersuchung der Wirtsabwehr, besonders beim immungeschwächten Wirt wie bei transplantierten Patienten, im Fokus der Arbeiten.

Aufbauend auf der Expertise der Partnerstandorte soll beispielsweise die Entwicklung von neuen Behandlungsstrategien für Langzeitfolgen der HIV-Infektion vorangetrieben werden. „Hier greifen die Grundlagenforschung und die klinische Anwendung eng ineinander“, so Kräusslich. Konkrete Forschungsprojekte in diesem Bereich beschäftigen sich mit der Rolle der angeborenen Immunität bei HIV-Infizierten und mit Strategien zur Entfernung latenter HIV-Infektionen.

Zur Stärkung der klinischen Umsetzung wird am Universitätsklinikum Heidelberg eine Professur für Klinische Infektiologie neu eingerichtet, die den Brückenschlag von der Grundlagenforschung zur klinischen Erprobung und Anwendung weiter unterstützen soll.

„Infektionskrankheiten sind eine der Haupttodesursachen weltweit“, sagt Professor Martin Krönke. „Immer wieder treten neue, bislang unbekannte Krankheitserreger in Erscheinung. Und weil viele Bakterien gegen unsere gängigen Antibiotika unempfindlich geworden sind, hat sich das Problem in jüngerer Zeit sogar noch verschärft.“

Hier wollen die Forscher gezielt gegensteuern: Mit dem gebündelten Know-how der herausragenden Köpfe und einem Netzwerk moderner Labor- und Analysetechnik wollen sie Ansätze für neue Therapien, Medikamente, Impfstoffe und Impfverfahren finden. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Translation, der verbesserte Fluss von Erkenntnissen und Innovation aus der Grundlagenforschung in die Klinik. „Junge Wissenschaftler und Ärzte für die Infektionsforschung zu gewinnen und ihnen ein optimales Rüstzeug für ihre Karriere zu vermitteln ist die Aufgabe der neu gegründeten DZIF-Akademie “ sagt Professor Ulrike Protzer.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg