07.05.2008

Miele & Cie. KG, Vertriebsgesellschaft Deutschland

Erst Baustelle, dann Vorbild: Hohe Ersparnis durch modernste Medizintechnik

Alles sauber: Toni Zanette, Leiter der zentralen Sterilgut-V
Viel Platz für die 26 Mitarbeiter, alle Aufbereitungsprozesse validiert und eine Kostenersparnis, die den Leiter der zentralen Sterilgut-Versorgung (ZSV) im Universitätsklinikum Tübingen immer noch erstaunt: „Der Umbau unserer Abteilung war in jeder Hinsicht ein Erfolg“, sagt Toni Zanette. Die Bilanz nach fast einem Jahr Arbeit kann sich sehen lassen: Seit Betriebsbeginn ist allein die Produktion von Abwasser um etwa 40 Prozent zurück gegangen. Auch die Arbeitszeit für manuelle Vorreinigung konnte deutlich reduziert werden. Die dadurch entstandenen Kosteneinsparungen werden durch modernste Medizintechnik möglich – vor allem durch fünf Miele-Reinigungs- und Desinfektionsautomaten der neuesten Maschinengeneration.

Wo heute auf etwa 2000 Quadratmetern Fläche jeder Weg und jeder Handgriff zur Routine gehören, wurde im Mai 2007 eine Baustelle eingerichtet. Als „Insellösung“ geplant, war sie durch eine massive, mit Kunststoff beschichtete Wand vom eigentlichen Arbeitsbereich abgetrennt und perfekt isoliert. Hier führte die ZSV ihre Arbeit auch während des Umbaus ununterbrochen weiter. Denn bei der Versorgung von 18 zentralen und diversen, ambulanten OP-Sälen, 1200 Patientenbetten und weiteren ambulanten und diagnostischen Abteilungen (unter anderem Neurologie, Orthopädie, Urologie und Herzchirurgie) sollten Risiken so weit wie möglich vermieden werden.

Die provisorische Lösung für knapp acht Wochen entsprach allen gesetzlichen Vorgaben. Vier der fünf neuen Miele-Automaten wurden vorläufig angeschlossen. Mit Hilfe einer weiteren Wand konnte die Trennung in eine reine und eine unreine Seite realisiert werden. Stromkabel unter der Decke versorgten die Maschinen mit Energie, für den Wasserzulauf wurden Leitungen im Boden verlegt. Während hier die Mitarbeiter wie gewohnt im Zweischichtbetrieb werktags von 7 bis 22 Uhr die Instrumente aufbereiteten, sah es nebenan auf der Baustelle ganz anders aus: Alte Maschinen wurden abgebaut, neue Rohre gelegt und eine neue Klimatechnik installiert, um für die Reinigungs- und Desinfektionsautomaten dauerhaft Platz zu schaffen. Damit ein ebener Boden entstehen konnte, mussten außerdem 12 Tonnen Estrich verlegt werden.

Anschluss von fünf Miele-Maschinen an einem Tag

Mitte Juli 2007 war es dann soweit: An einem einzigen Tag wurden die vier Miele-Automaten mit der Modellbezeichnung PG 8528 von der Raummitte an ihren endgültigen Platz gebracht und dort angeschlossen, die fünfte, baugleiche Maschine ebenfalls. „Alles hat nur wenige Stunden gedauert, denn die Vorbereitung war optimal“, erinnert sich ZSV-Leiter Toni Zanette. Dafür war der Miele-Medizintechnik-Händler Günter Schneider in Sandhausen verantwortlich, der den gesamten Auftrag betreute – von den ersten Planungen bis zur Montage der Automaten. Auch Schablonen für ihre exakte Platzierung wurden hier erstellt.

Seitdem ist die zentrale Sterilgut-Versorgung für die Gegenwart und die Zukunft gerüstet: Die Aufbereitungsprozesse sind schon seit 2005 nach der internationalen Norm ISO 13485 zertifiziert. Für die Miele-Geräte sprachen Spezialprogramme, die eine schonende Reinigung von stark verschmutzten oder schwierig zu reinigenden Instrumenten ermöglichen (Oxivario und Orthovario) und spezielle Beladungswagen für Instrumente der minimalinvasiven Chirurgie. Darüber hinaus verfügen die Geräte über alle Optionen, die die neueste Generation bietet: Beispielsweise das Leitfähigkeitsmesssystem „PerfectPure“, mit der Restalkalität in der Spülflotte erkannt werden kann. „Das ist schon deshalb sinnvoll, weil wir auch für niedergelassene Augenärzte und andere Mediziner in Tübingen Instrumente aufbereiten wollen und damit dann in der Produkthaftung stehen“, berichtet Toni Zanette.

Als langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Sterilgut-Versorgung und immer noch aktiv im Bildungsausschuss ist er auch mitverantwortlich für Lehrgänge an der Universität Tübingen. Zusammen mit seinen Mitarbeitern bietet er Aufbereitungskurse für medizinisches Personal an. Mehr als 700 Personen nahmen allein im vergangenen Jahr daran teil. In der zentralen Sterilgut-Versorgung sind eigene Datenlogger und Leitwertmessgeräte zur ständigen Überwachung der Medizintechnik vorhanden, denn jede Maschine (auch Sterilisationsgeräte) bringt es auf etwa 4900 Betriebsstunden pro Jahr.

Container für vollautomatischen Transport von Instrumenten

Damit die sterilen Instrumente schnell zu den Einsatzorten im Tübinger Klinikum gelangen, ist die ZSV über Tunnel an ein etwa neun Kilometer langes, unterirdisches Schienennetz angebunden. Hier verkehren vollautomatisch 200 bis 300 Transportcontainer pro Tag, die in der Abteilung von Toni Zanette ebenfalls gereinigt und desinfiziert werden. Seit dem Umbau vor einem Jahr werden auch Sterilgutcontainer schnell dekontaminiert: „Wir haben dafür jetzt eine spezielle Bandreinigungsanlage von Meiko in das ZSV-Konzept mit aufgenommen, die entsprechend für unseren Bereich technisch modifiziert und in Anlehnung an die gültigen Normen, zum Beispiel der DIN EN ISO 15883, weiterentwickelt wurde“, sagt der Abteilungsleiter. Alle technischen Neuerungen seien letztlich Teil einer komplexen Logistik, die das Klinikum miteinander verbinde: vom zentralen Lager mit Medizinprodukten bis zur Wasseraufbereitung im Kellergeschoss. Die Sterilgut-Versorgung mit einem Warendurchsatz im Wert von mehr als einer halben Million Euro täglich ist deshalb fest eingeplant – auch, wenn nebenan Baustelle herrscht.


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