Erste Studie zu Maschinen im OP

Foto: Chirurgen bei der Operation

IT-gestützte Assistenzsysteme
machen die Chirurgie sicherer;
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"In einer Simulation lassen wir die Operateure einen komplizierten Eingriff im Kopfbereich - eine Mastoidektomie - vornehmen. Das Assistenzsystem sagt ihnen dabei an, wo sie nicht fräsen dürfen", beschreibt Professor Dietrich Manzey, Leiter des Fachgebietes Arbeits-, Ingenieur- und Organisationspsychologie an der TU Berlin, den Versuchsaufbau. Untersucht wird dabei, ob der Einsatz solcher Systeme auch Risiken mit sich bringt. In diesem Projekt kooperiert das TU-Institut mit dem "Innovation Center for Computer Assisted Surgery (ICCAS) der Universität Leipzig".

Eine Mastoidektomie birgt einige Risiken, weil nahe dem Operationsfeld sensible Strukturen wie etwa die ableitende Hirnvene (Gefahr von Blutungen), der Amboss der Gehörknöchelkette (Gefahr von Gehörverlust) oder der Fascialis-Nerv (Gefahr einer Gesichtslähmung) liegen. "Wir haben Daten von 14 Probanden erhoben, die keinerlei Erfahrung mit einer solchen Operation hatten", berichtet Diplom-Psychologin Maria Luz vom ICCAS.

Die Operateure waren im Durchschnitt 26 Jahre alt und kurz vor oder nach dem Ende ihres Medizinstudiums. Sie trainierten an zwei verschiedenen Tagen jeweils zwei Mal an dem Kunstkopf. An zwei weiteren Tagen wurde der Trainingskopf mit austauschbaren Elementen so verändert, dass die Gefahr von Komplikation größer war. "Unsere Novizen operierten je einmal mit und einmal ohne Assistenzsystem. Wie effektiv sie dabei waren, registrierten in den Kunstkopf eingelassene Sensoren. Die Daten wurden mit einer speziellen Software am Computer analysiert", sagt Luz.

Im Ergebnis bescheinigen die Forscher dem Assistenzsystem "ein großes Potenzial". Bei der Operation ohne Assistenzsystem verursachten drei von 14 Probanden Verletzungen - mit Assistenzsystem keiner. Bei der Qualität der Fräsleistung konnte kein Unterschied festgestellt werden.

Das Forschungsprojekt endet im September 2010. Bis dahin wollen die Forscherinnen und Forscher die Untersuchung mit erfahrenen Chirurgen wiederholen.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Berlin