Erste deutsche Atemnot-Ambulanz für chronisch Erkrankte

27.02.2015
Foto: Frau benutzt einen Inhalator

Chronische Lungenerkrankungen können auch bei optimaler Therapie ein Gefühl der Atemnot hervorrufen. Die Atemnot-Ambulanz soll ihnen und ihnen Angehörigen beim Management der Krankheit helfen; ©panthermedia.net/ WavebreakmediaMicro

Am Klinikum der Universität München hat deutschlandweit die erste Atemnot-Ambulanz für Patienten mit chronischen Erkrankungen eröffnet. Sie wird im Rahmen eines Forschungsprojektes (BreathEase-Studie) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die Münchner Atemnot-Ambulanz entstand aus einer Kooperation der Klinik für Palliativmedizin und der Sektion Pneumologie Innenstadt und Thorakale Onkologie der Medizinischen Klinik V. Sie wird im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie evaluiert.

Trotz optimaler Therapie der Grunderkrankung leiden Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen - beispielsweise chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), chronischer Herzinsuffizienz, Tumorerkrankungen oder Lungenfibrose - häufig an chronischer Atemnot. Dadurch wird die Lebensqualität der Patienten und ihrer Angehörigen oft sehr stark beeinträchtigt. Zur Unterstützung dieser Patienten gibt es eine Reihe von Maßnahmen wie zum Beispiel Verbesserung des Selbstmanagements, Atemübungen, das Erlernen von hilfreichen Körperhaltungen, oder auch Medikamente, die die Atemnot lindern sollen. Für die erfolgreiche Behandlung der Atemnot ist die Kombination verschiedener Maßnahmen notwendig.

Die Erfahrung von Atemnot kann sehr quälend sein und den Patienten und ihren Angehörigen Angst machen. Um Patienten dabei zu unterstützen, besser mit ihrer Atemnot umzugehen wurde jetzt am Klinikum der Universität München erstmals in Deutschland eine Ambulanz für Atemnot eröffnet. Die Münchner Atemnot-Ambulanz entstand aus einer Kooperation der Klinik für Palliativmedizin und der Medizinischen Klinik V (Sektion Pneumologie und Thorakale Onkologie, Leitung Prof. Rudolph M. Huber). International werden solche Atemnot-Ambulanzen, deren Effekt auch in wissenschaftlichen Untersuchungen beobachtet wurde, bereits seit längerem angeboten.

"Auch wenn die Schwere der Atemnot oft nicht beeinflussbar ist, soll Patienten mit gezielten Hilfsmitteln und Maßnahmen geholfen werden, die Atemnot besser zu bewältigen und mehr Kontrolle über das Symptom zu bekommen", erklärt Prof. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik für Palliativmedizin und Initiatorin dieses Projektes.

In der Atemnot-Ambulanz arbeiten Palliativmediziner und Lungenfachärzte zusammen, die sich besonders mit dem Symptom Atemnot auskennen. Jeder Patient soll innerhalb von vier Wochen zweimal in die Ambulanz kommen. Ein Physiotherapeut betreut den Patienten zwischen den beiden Ambulanzbesuchen um Atemübungen, Körperhaltungen und andere Maßnahmen zu zeigen, die der Patient selbst bei Atemnot einsetzen kann. Der Physiotherapeut macht Vorschläge zur Anpassung des Tagesrhythmus und leitet den Patienten zu körperlicher Aktivität an. Die Ambulanz bietet keine Dauerbetreuung und ist auch kein Notfallservice.

Die Ambulanz wird Patienten angeboten, die an Atemnot aufgrund einer chronischen Erkrankung leiden und durch ihre Atemnot im Alltag beeinträchtigt sind. Auch die Angehörigen sind eingeladen, mit in die Ambulanz zu kommen. Die Ursache und Behandlung der Erkrankung, die Atemnot verursacht, sollte bereits durch einen Arzt abgeklärt sein. Die Atemnot-Ambulanz wird im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie evaluiert. Eine Teilnahme an der Studie ist die Voraussetzung für die Behandlung in der Ambulanz.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München