"Es ist ein großer Erfolg, dass die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin verfassten Leitlinien nun auch in erweiterter Form für ganz Europa gelten," sagt Prof. Dr. Herbert Lochs von der Charité Berlin und Initiator des Projektes. Es seien die ersten internationalen evidenzbasierten Leitlinien zur enteralen Ernährung, die überhaupt erscheinen sind.

Insgesamt haben mehr als 80 Spezialisten aus 18 europäischen Ländern, Israel und den USA in 13 Spezialgruppen die Leitlinien erarbeitet. Die Teams waren interdisziplinär zusammengesetzt und bestanden aus Ärzten, Diätassistenten, Ernährungswissenschaftlern und Pflegekräften.

Die Leitlinien sollen nicht nur als Grundlage für therapeutische Entscheidungen dienen, sondern auch als Basis für gesetzliche Regelungen, wie Zulassung von Produkten und Erstattbarkeit. Dies ist von besonderer Bedeutung, da in vielen europäischen Ländern die Erstattbarkeit der enteralen Ernährung derzeit neu geregelt wird. Dabei stellen die Leitlinien eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe dar.

Der Prozess der Erstellung der europäischen Leitlinien dauerte insgesamt von März 2004 bis zum Januar 2006. In mehreren Schritten wurden die deutschen Leitlinien geprüft, überarbeitet, erweitert und in eine einheitliche Form für sämtliche europäische Länder gebracht.

Die Leitlinien gliedern sich in zehn Leitlinien-Kapitel mit krankheitsspezifischen Inhalten. Dazu kommen noch Kapitel zur Methodik, Ethik, Begrifflichkeit sowie zur Organisation der Krankenhausernährung. Die Leitlinien sind einsehbar unter:
www.espen.org und www.dgem.de

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.