HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektionskrankheit in den USA. Nach Schätzungen infizieren sich etwa 6,2 Millionen US-Amerikaner jedes Jahr neu mit diesem Virus.

Der neue Impfstoff wurde zugelassen für Frauen im Alter zwischen neun und 26 Jahren. Er ist quadrivalent und soll gegen HPV der Typen 16 und 18 schützen. Diese beiden HPV-Typen sind für etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich. Außerdem schützt der Wirkstoff gegen die HPV-Typen 6 und 11, denen man die Schuld an bis zu 90 Prozent aller Genitalwarzen bei Frauen gibt.

Die FDA gibt allerdings auch zu bedenken, dass der Impfstoff nicht mehr wirkt, wenn die Frauen sich bereits infiziert haben. Dies erklärt, warum die FDA-Experten auf eine relativ frühzeitige Immunisierung der heranwachsenden Frauen bereits im Mädchenalter drängen, bevor sie potentiell mit dem Virus in Berührung kommen.

Eine weitere Einschränkung: Die neue Vakzine schützt nicht gegen einige seltenere Typen des HPV. Der bisherige Routineabstrich zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms wird daher nicht überflüssig.

Der Wirkstoff hat seine Effektivität seit 1997 in verschiedenen Phase 1- und Phase 2-Studien unter Beweis gestellt. Hoffnungsvoll waren vor allem die beiden Phase 3-Studien FUTURE I und FUTURE II, die zeigten, dass der Impfstoff sicher wirkt bei relativ wenigen unerwünschten Wirkungen.

Der quadrivalente Impfstoff wird von dem Pharmaunternehmen Merck hergestellt und soll unter dem Namen „Gardasil“ vertrieben werden. Er enthält keine lebenden Viren und wird über einen Zeitraum von sechs Monaten drei Mal in den Oberarm injiziert. Eine komplette Immunisierung soll nach Angaben des Herstellers etwa 360 US-Dollar kosten.

MEDICA.de; Quelle: FDA News vom 8. Juni 2006