Erster Kinderwunsch in Deutschland erfüllt

Künstliche Befruchtung einer Eizelle
im Reagenzglas; © Universität
Heidelberg

Die 26jährige Schwangere war bei Privatdozent Dr. Michael von Wolff in der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen wegen ihres seit zwei Jahren unerfüllten Kinderwunsches in Behandlung. Die Zwillingsschwangerschaft ist in der 15. Woche; der voraussichtliche Geburtstermin liegt im April 2006.

Die "In vitro Maturation" ist eine neue Reproduktionstechnik, bei der unreife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen werden, die zuvor wenig oder gar nicht mit Hormonen stimuliert wurden. Dabei wird auf eine langfristige Hormongabe verzichtet; die Eizellen reifen ein bis zwei Tage lang im Reagenzglas und werden anschließend befruchtet. Für die Reifung werden die natürlichen Hormone Follikel Stimulierendes Hormon (FSH) und humanes Choriongonadotropin (HCG) im Reagenzglas zugesetzt. Nach zwei weiteren Tagen werden die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt

"Diese Behandlung vermeidet die Risiken einer zu starken Reaktion auf die Stimulationsbehandlung mit Hormonen", erklärt Dr. von Wolff.

Weltweit wurden bislang mehr als 300 Kinder nach In vitro Maturation geboren; eine erhöhte Rate an Fehlbildungen konnte nicht beobachtet werden. An einzelnen Zentren, zum Beispiel in Stockholm und Kopenhagen wird sie bereits seit einigen Jahren angewendet.

In Deutschland wird die Behandlung derzeit erprobt. Eine Schwangerschaft wurde bislang noch nicht ausgetragen. Seit Anfang des Jahres 2005 bietet die Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen durch Privatdozent Dr. Michael von Wolff und die Biologin Frau Dr. Inge Eberhardt die In vitro Maturation an. Auch die Universitätsfrauenklinik Lübeck hat die Methode in ihr Behandlungsspektrum aufgenommen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg