Unter Leitung von Prof. Dr. Karsten König haben Biophysiker am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik in St. Ingbert diese neue Technik entwickelt. Mittels spezieller Femtosekundenlaser wird dazu die Haut in der Tiefe abgerastert und das Verhältnis der Hautkomponenten Elastin und Kollagen, der sogenannte SAAID-Index, gemessen.

Die Kenntnis dieses Index erlaubt Aussagen zum Hautalterungsprozess und zur Diagnose von Hauterkrankungen. Wie König erläuterte, leuchten die Hautkomponenten bei geeigneter Laserbestrahlung schwach grün (Elastin) und violett (Kollagen) und können mit dem neuartigen Tomographen DermaInspect simultan bildgebend erfasst werden. Da mit sehr hoher Auflösung im Bereich um ein Tausendstel eines Millimeters gemessen werden kann, kann auch die Hautalterung an verschiedenen Arealen eines Patienten detektiert werden. "Wir sehen so beispielsweise den Einfluss der Sonnenbestrahlung auf einzelne Hautbereiche und die genauen Wirkungsorte kosmetischer Produkte", so der Biophysiker.

Die Dermatologen studierten an Europäern die Abhängigkeit des SAAID-Index vom Geschlechts und fanden mit dem neuartigen JenLab-Tomographen heraus, dass Frauen tendenziell schneller Kollagen abbauen als Männer, die Hautalterung somit beim weiblichen Geschlecht insbesondere in der Menopause schneller voran schreitet. Zudem konnte an einzelnen Fallbeispielen der Einfluss des Rauchens auf die Hautalterung demonstriert werden. So zeigte eine 27jährige junge Frau mit intensivem Zigarettenkonsum und häufigen Solarienbesuchen bereits einen SAAID-Index, der im Mittel einer 50 Jährigen entsprach.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik