Dr. Howard L. Corwin von der Dartmouth Medical School in Hanover, New Hampshire, berichtete von der EPO-3-Studie, an der etwa 1.300 Patienten teilgenommen hatten. Nach der Schwere der Erkrankungen wurden sie in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: Traumapatienten, nicht-traumatisierte internistische Patienten und nicht-traumatisierte chirurgische Patienten. Alle Patienten waren über 18 Jahre alt, lagen seit mindestens drei Tagen auf einer Intensivstation und hatten Hämatokrit-Spiegel unter zwölf Prozent. Der durchschnittliche Hämoglobinwert lag bei 9.6 g/dL. Randomisiert erhielten die Patienten entweder einmal pro Woche 40.000 IU Erythropoetin-Alpha oder Placebo zusätzlich zur sonstigen Behandlung.

In Bezug auf die Transfusionsnotwendigkeit hatte die Gabe von Erythropoetin-Alpha keinerlei Vorteil: 28 Tage nach Beginn der Studie benötigten die Probanden der Verumgruppe ebenso oft oder selten eine Transfusion wie die Patienten in der Placebogruppe.

Deutlicher Vorteil dagegen beim Hämoglobin: Dieser Wert besserte sich unter dem Verum ab dem achten Tag deutlich besser als unter Placebo. Und es zeigte sich noch ein weiterer Vorteil, der nicht erwartet worden war: Unter Erythropoetin lag die Mortalität innerhalb von 29 Tagen nach Beginn der Studie bei 8,5 Prozent, während sie in der Placebogruppe bei 11,4 Prozent lag. Dies entspricht einer Mortalitätsreduktion von 48 Prozent.

Die Studienleiter vermuten, dass dieser Vorteil auf nicht-hämatopoetische Effekte zurückzuführen ist. Möglicherweise, so Dr. Corwin, hat das Erythropoetin-Alpha zellschützende Effekte.

140 Tage nach Beginn der Studie waren die Patienten unter dem Verum noch immer im Vorteil, allerdings nur die Trauma-Patienten, nicht die Nicht-Traumatisierten.


MEDICA.de; Quelle: Society of Critical Care Medicine (SCCM): 37th Annual Meeting