Zur exokrinen Pankreasfunktion nach großen viszeralchirurgischen Eingriffen liegen nur unvollständige Daten vor. Bei diesen Patienten wird zunehmend eine frühenterale Ernährung mit hochmolekularen Diäten eingesetzt. Für deren Resorption sind auch die Pankreasenzyme erforderlich, daher ist die Kenntnis der exokrinen Sekretion des Pankreas wichtig. Zur Untersuchung der exokrinen Pankreasfunktion kann die Elastase-1 im Stuhl als sensitive Methode herangezogen werden.

In einer prospektiven Pilotstudie wurde bei zwölf Patienten, die nach großen abdominalchirurgischen Operationen früh-enteral ernährt wurden, die Elastase-1 im Stuhl bestimmt. Die Patienten wurden über eine intraoperativ platzierte Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ) mit einer nährstoffdefinierten Diät ernährt. Zwölf Stunden nach der Operation wurde die Ernährung mit 20 Milliliter pro Stunde (1 kcal/ml) begonnen und stufenweise bis auf 80 Milliliter pro Stunde erhöht. Aus dem ersten und zweiten Stuhlgang nach Beginn der Ernährung entnahmen die Wissenschaftler Stuhlproben zur Alpha-Elastase-1-Bestimmung.

Alle Patienten konnten ohne relevante ernährungassoziierte Komplikationen enteral ernährt werden. Eine Diarrhoe trat bei keinem Patienten auf. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Stuhlprobe wurden bei allen Patienten Normalwerte für die Pankreaselastase gefunden. Die mittlere Elastase-1-Konzentration in der ersten Stuhlprobe betrug 361,4 Mikrogramm/Gramm (Median: 317 Mikrogramm/Gramm). In der zweiten Stuhlprobe war die mittlere Elastase-1 bei 454 Mikrogramm/Gramm (Median: 466,6 Mikrogramm/Gramm). Der Normalwert für die fäkale Elastase-1 beträgt mehr als 200 Mikrogramm/Gramm. Damit lag kein Hinweis auf eine exokrine Pankreasfunktionsstörung vor.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006, Vol. 131, S. 13-16