Exosome als Marker für Krebserkrankungen

17.01.2017

Hat ein Tumor bereits gestreut? Und wie stark ist sein Wachstum? Antworten auf diese für die Diagnose und Behandlung von Krebs-Erkrankungen elementaren Fragen erhofft man sich von den sogenannten Exosomen.

Bild: Arzt hält Schild mit dem Wort "Cancer" vor die Brust; Copyright: panthermedia.net / Randolf Berold

Die Veröffentlichung von Basant Thakur unterstreicht die Rolle der Wissenschaftler in diesem wichtigen Forschungsfeld. Seine Arbeit auf diesem Gebiet wurde 2016 mit dem ersten "Hermann-Seippel-Preis – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde" ausgezeichnet; ©panthermedia.net/Randolf Berold

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) untersuchen an der Kinderklinik III am Universitätsklinikum Essen, wie sich diese Marker für die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen einsetzen lassen. Das Fachmagazin Cancer Cell berichtet darüber in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Essener Wissenschaftler konzentrieren sich auf Exosome, die von den jeweiligen Tumorzellen abstammen und in denen sich erkrankungsspezifische Eiweiße, Fette und genomische Signaturen der jeweiligen Ursprungszelle nachweisen lassen. So fand Dr. Basant Kumar Thakur heraus, dass Krebs-Exosomen doppelsträngige DNA enthalten, die die gesamte genomische DNA des jeweiligen Tumors widerspiegeln. Aber auch krebsspezifische Mutationen lassen sich in Exosomen feststellen.

Dies lässt darauf hoffen, diese Marker für eine besonders frühe und schonende Krebserkennung einsetzen zu können. Denn Exosomen können ganz einfach aus dem Blut gewonnen werden. Man spricht hier von einer "liquid biopsy", also einer nicht operativen flüssigen Biopsie. So lassen sich aufwendigere und für die Betroffenen belastende Untersuchungen - z.B. Operationen – möglicherweise vermeiden.

Neben den genetischen Informationen vermitteln die Exosomen auch Signale, die für das Tumorwachstum und die Verbreitung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) mitverantwortlich sind. Sprich: über die Exosomen kann man nicht nur feststellen, dass ein Patient an Krebs erkrankt ist. Man kann auch den Tumor und seine Pläne sehr genau studieren.

Die Wissenschaftler hoffen darum, diese Erkenntnisse zukünftig auch für gezielte Therapien nutzen zu können, indem über die so gewonnenen Informationen Einfluss auf die Tumorausbreitung im Körper genommen werden kann. Denn wenn man weiß, was der Krebs "plant", bevor es geschieht, kann man ihm so möglicherweise gezielt zuvorkommen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen
Mehr über die UDE unter: www.uni-due.de/de/presse/index.php