Die neue Leitlinie ist ein Update der Leitlinien von 2002 und weit umfassender, wie Experten auf dem Jahreskongress betonten. Sie orientiert sich an vier Inhalten: Diagnose und Prognose eines neu diagnostizierten Morbus Parkinson, effektive neuroprotektive Behandlung und Alternativtherapien, medizinische und chirurgische Behandlung des Morbus Parkinson mit motorischen Fluktuationen und Dyskinesien sowie die Evaluation und das Management der Depressionen, Psychosen und der Demenz, die mit dem Morbus Parkinson vergesellschaftet sind.

Unter anderem geht die neue Leitlinien auch auf Untersuchungsmethoden ein, mit denen der Morbus Parkinson von anderen Erkrankungen differenziert werden kann. Auch die Frage, wie man die Progression eines Morbus Parkinson erkennen und behandeln kann, wird ausführlich erörtert.

Im Vergleich zur vorherigen Version der Leitlinie geht der überarbeitete Text ausführlicher auf die tiefe Hirnstimulation (deep brain stimulation: DBS) ein. So stellt die Leitlinie zum Beispiel fest, dass die DBS des Nucleus subthalamicus die motorischen Funktionen, Dyskinesien und den Bedarf an Medikamenten reduzieren kann. In anderen Hirnbereichen dagegen ist die DBS gemäß der Leitlinie nicht angezeigt.

Überarbeitet wurde auch der Teil, der sich mit den psychischen Begleitsymptomen dieser neurologischen Erkrankung beschäftigt. Dies ist wichtig, denn bis zu 70 Prozent der Patienten mit einem Morbus Parkinson leiden an Depressionen. In Bezug auf die Depressions-Diagnose rät die neue Leitlinie zu den „Beck Depression Inventory“ und der „Hamilton Depression Rating Scale“, ebenso zum „Montgomery Asberg Depression Rating Scale“. Bei Demenzen sollten der „Mini-Mental State Examination (MMSE)“ und der „Cambridge Cognitive Examination (CAMCog)“ eingesetzt werden. Für die Diagnose von Psychosen können die Experten keinen Test empfehlen.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology (AAN) 58th Annual Meeting