Leberversagen: Experten für MARS als offizielle Therapie

29.01.2014
Foto: Dialyse

Bei MARS wird das Blut der Betroffenen mit Hilfe des Eiweißes Albumin, das Giftstoffe an sich bindet, außerhalb des Körpers gereinigt; © panthermedia.
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Internationale Transplantations- und Dialyse-Experten setzen sich für den Einsatz des Rostocker Verfahrens MARS als Alternative zur Dialyse ein.

"Verschiedene Experten unter anderem aus Italien, Frankreich und Deutschland betonten, dass MARS bei dem besonders tödlichen kombinierten Leber- und Nierenversagen einer herkömmlichen Dialyse nicht nur gleichwertig sondern eventuell sogar überlegen sein kann", erklärt Prof. Steffen Mitzner, Leiter der Abteilung für Nephrologie am Zentrum für Innere Medizin der Universitätsmedizin Rostock.

Wenn Leber und Niere versagen, sprechen die Mediziner vom Hepatorenalen Syndrom. "Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, allerdings ist die Lebenserwartung in diesem Zustand extrem gering. Die meisten Patienten versterben, bevor sie ein Spenderorgan erreicht."

Der Einsatz von MARS würde Hoffnung für Patienten bedeuten, die auf eine Spenderleber warten, wenn sich in der Praxis erweist, dass das Verfahren als Alternative zur klassischen Dialyse bei bestimmten Indikationen verwendet werden kann. "Die Lebenserwartung der Betroffenen und damit die Chance auf Heilung durch die Lebertransplantation ist nach Ansicht der internationalen Experten größer als bei den bislang angewendeten Verfahren. Mit MARS können diese Patienten versorgt werden, während sie ihren obersten Platz auf der Warteliste für Spenderorgane behalten", sagt Mitzner.

MARS (Molecular Adsorbent Recirculating System) wurde in Rostock von den beiden Medizinern Steffen Mitzner und Jan Stange entwickelt. Bei dem Verfahren wird das Blut der Betroffenen mit Hilfe des Eiweißes Albumin, das Giftstoffe an sich bindet, gereinigt. Dies erfolgt außerhalb des Körpers. Das gereinigte Blut wird wieder in den Blutkreislauf der Patienten zurückgegeben.

Die Diskussion des Verfahrens erfolgte im Rahmen eines der regelmäßig in Rostock stattfindenden Symposien zur Leberdialyse. Ende September trafen sich Wissenschaftler aus aller Welt in Rostock-Warnemünde, um aktuelle Verfahren der Leberdialyse zu diskutieren. Dr. Andreas Crusius als Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern und Vertreter der Bundesärztekammer sowie auch Egbert Trowe als Patientenvertreter begrüßten die Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Weiterentwicklung der Organverteilungsregeln, die auch für Deutschland von enormer Bedeutung sein können. "Die Frage der richtigen Dialysebehandlung ist für Patienten auf der Warteliste für die Lebertransplantation ein wichtiges Thema", resümierte Mitzner als Veranstalter. "Unsere Tagung hat damit auch einen Beitrag für die Weiterentwicklung im Bereich der Transplantationsmedizin geleistet."

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock