Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt haben, sind vorwiegend die Hochrisikogruppe für einen plötzlichen Herztod. Liegen zusätzliche Risikofaktoren vor, etwa eine stark eingeschränkte Pumpfunktion, sollte einschlägigen Behandlungsrichtlinien zufolge Betroffenen ein Kardioverter-Defibrillator implantiert werden.

Prof. Heinz Völler von der Klinik am See, Rüdersdorf bei Berlin, präsentierte in Stockholm aktuelle Daten aus einer deutschen Studie, die die Versorgungssituation von Hochrisiko-Patienten untersucht. Mehr als 10.500 Patienten wurden in das PreSCD II-Register (Prevention of Sudden Cardiac Death) aufgenommen. Die Daten belegen, dass die medikamentöse Therapie heute sehr gut genutzt werde, sagte Prof. Völler: "90 Prozent der Patienten erhielten einen ACE-Hemmer, 95 Prozent einen Beta-Blocker und jeweils 96 Prozent ein Statin und einen Thrombozytenfunktions-Hemmer."

Nach dem Grad der Einschränkung ihrer Pumpfunktion wurden die untersuchten Patienten in Gruppen eingeteilt. 2,5 Prozent hatten eine linksventrikuläre Pumpfunktion von weniger als 30 Prozent. Genau diese Betroffenen profitieren besonders von einem implantierten Defi: Früheren Studien zufolge sei die Überlebensrate von solchen Patienten, wenn sie ein derartiges Implantat bekommen, nach vier Jahren um 31 Prozent höher als ohne das Gerät.

Trotzdem würde, anders als bei Medikamenten, bei den Kardioverter-Defibrillatoren in Deutschland noch Zurückhaltung geübt. Nur jeder Vierte mit einer so genannten Auswurffraktion unter 30 Prozent habe ein solches potenziell lebensrettendes Gerät erhalten. "Die Akzeptanz und Verbreitung dieser Therapie ist jedenfalls steigerungsfähig", so Völler.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.