Immer mehr Kinder, die zu früh auf die Welt kommen, überleben und werden erwachsen. Dies ist eine Folge des medizinischen Fortschritts. In einer Studie sollte nun das Langzeitschicksal frühgeborener Kinder erforscht werden. Die Studienleiter des schwedischen „National Board of Health and Welfare“ in Stockholm interessierten sich dabei vor allem für mögliche Behinderungen im Erwachsenenalter.

522.310 Kinder, die zwischen 1973 und 1979 in Schweden geboren worden waren, nahmen an der Studie teil. 431.656 dieser Kinder waren zwischen der 39. und 41. Schwangerschaftswoche geboren worden, also zeitgerecht. 68.541 weitere Kinder kamen zwischen der 37. und 38. Schwangerschaftswoche zur Welt und galten daher als leicht frühzeitig geboren. Kinder zwischen der 33. und 36. Schwangerschaftswoche galten als moderat frühzeitig geboren (19.166 Kinder) und 2.947 weitere Kinder wurden als sehr frühe Frühgeburten eingestuft, sie waren zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen.

Beim Vergleich der Daten zeigte sich, dass das Risiko einer Behinderung im jungen Erwachsenenalter steigt, je früher ein Kind geboren wird. 13,2 Prozent der Kinder, die zwischen der 24. und 28. Woche auf die Welt gekommen waren, lebten von sozialer Unterstützung durch den Staat wegen anhaltender Behinderung oder Bedürftigkeit. Unter jenen, die zwischen der 29. und 32. Woche geboren wurden, benötigten nur 5,6 Prozent solche Unterstützung.

Auch bei der akademischen Leistungsfähigkeit scheint sich Frühgeburtlichkeit negativ auszuwirken: Von jenen Kindern, die früh auf die Welt kamen, erreichten deutlich weniger einen Hochschulabschluss als bei den rechtzeitig Geborenen.

Die Studienleiter weisen aber darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Frühgeborenen ein gesundes Leben führte und sich selbst ernähren konnte.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2007, Vol. 120, S. 70-77