Privatdozent Dr. Hendrik Schulze-Koops, Leiter der Klinischen Forschergruppe III des Nikolaus Fiebiger Zentrums für Molekulare Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg, und seine Mitarbeiterin Dr. Alla Skapenko wurden für ihre Arbeit zur Bedeutung von genetischen Veränderungen von Zelloberflächenmolekülen in der Entstehung und Entwicklung der rheumatoiden Arthritis ausgezeichnet.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass eine frühzeitige Therapie den Verlauf der rheumatoiden Arthritis günstig beeinflussen und die Gewebezerstörung verhindern kann. Eine Vorhersage des Erkrankungsverlaufs wäre notwendig, um Patienten mit einem milden, nicht-destruierenden Verlauf nicht unnötig den zum Teil erheblichen Nebenwirkungen einer modernen aggressiven Therapie auszusetzen.

Von großer Bedeutung ist die Beobachtung, dass das Varianzgen V50 des Interleukin-4-Rezeptors hoch signifikant mit dem Auftreten von Erosionen innerhalb der ersten zwei Jahre nach Beginn der Erkrankung assoziiert ist. Ein einziges Vairanzgen V50 erhöht die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der ersten zwei Jahre nach Beginn der Erkrankung Knochenschäden zu entwickeln, um den Faktor zwei, wenn zwei Varianzgene vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit sogar annähernd vervierfacht.

Da das Varianzgen V50 des Interleukin-4-Rezeptors ein genetischer Marker ist, der sich nicht im Verlauf der Erkrankung ändert und außerdem einfach und schnell zu bestimmen ist, eignet sich das Varianzgen V50 des Interleukin-4-Rezeptors als objektiver Parameter der Vorhersage des Verlaufes der rheumatoiden Arthritis.

Seine Vorhersagekraft ist größer als die aller bisher bekannten Messwerte für den Verlauf der rheumatoiden Arthritis und kann daher dabei helfen, für jeden Patienten individuell das Risiko, eine knochenzerstörende Erkrankung zu entwickeln, abzuschätzen und gegebenenfalls frühzeitig eine aggressive Therapie einzuleiten.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg