15.09.2005

Industrieverband Spectaris e.V.

Fünf Millionen Milchtüten gegen Schlafapnoe

Wir tun es, ohne groß darüber nachzudenken. Es passiert einfach: Wir atmen ein und aus, ein und aus. Mit durchschnittlich zehn bis achtzehn Atemzügen pro Minute versorgen wir unseren Organismus mit der Luft, die er zum Leben braucht. An die 20.000 mal am Tag...

Für mindestens 2,5 Millionen Menschen in Deutschland ist dies keine Selbstverständlichkeit. Sie leiden unter der Krankheit Schlafapnoe, bei der es während des Schlafes immer wieder zu Atemaussetzern kommt.

Eine groß angelegte Informationskampagne über Schlafapnoe und die Folgen führt die „Initiative Gesunder Schlaf“ (IGS) Mitte September durch: für circa zwei Wochen wird auf wird auf mehr als 5 Mio. Milchtüten über die Symptome informiert. Die Milchtüten werden über den Kooperationspartner Metro und ihre Tochtergesellschaften „Real“ und „Extra“ vertrieben. Ermöglicht wird die Kampagne durch die Unterstützung der IGS-Initiatoren Breas, ResMed, Respironics, VitalAire und Weinmann sowie den Sponsoren Air Products, Deutsche Medicare, Fisher & Paykel und Heinen + Löwenstein.

Die Kampagne motiviert, sich beim Arzt oder auf der Website der IGS weiter zu informieren. Unter www.initiative-gesunder-schlaf.de steht für alle Interessierten und möglichen Betroffenen ein Schnelltest mit 14 Fragen zur Früherkennung von Schlafapnoe bereit. Je mehr Fragen des Tests mit „Ja“ beantwortet werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Anhalspunkte für eine Schlafapnoe vorliegen. Wer diesen Test macht, erhält also ernstzunehmende Anhaltspunkte darüber, wie es um die eigene Schlafqualität bestellt ist und ob ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Der „Schlaf-Test“ weist also auf eine mögliche Schlafapnoe hin, ersetzt aber keinesfalls die ärztliche Untersuchung und fachgerecht durchgeführte Untersuchung in einem Schlaflabor.

Ziel der Initiative Gesunder Schlaf ist es, in der Gesellschaft, bei Ärzten und in der Politik die Informationsdefizite über die Volkskrankheit Schlafapnoe abzubauen und gefährdete bzw. betroffene Personen frühzeitig zu einer Diagnose und Therapie zu bewegen. Denn eine rechtzeitige Therapiezuführung hätte nicht nur eine Senkung der Therapiekosten sondern auch die Vermeidung hohen volkswirtschaftlichen Schadens zur Folge.

Schlafapnoe ist so gefährlich, weil die Betroffenen ihre Atemaussetzer in den seltensten Fällen bemerken. Derzeit sind weniger als 10 % der Personen, die therapiert werden müssten, in Behandlung. Die Krankheit „Schlafapnoe" tritt häufig zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf und betrifft acht mal so oft Männer wie Frauen. Ein auffälliges Indiz für alle Betroffenen ist Schnarchen. Wechseln sich laute unregelmäßige Schnarchgeräusche mit geradezu beängstigender Stille ab, sollte sich der Betroffene schnellstmöglich untersuchen lassen.

Die Folgen der Atemaussetzer, des gestörten Nachtschlafes und des verminderten Sauerstoffgehaltes im Blut sind gravierend. Er führt zu Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, verminderter Leistungsfähigkeit, Stress, Konzentrationsstörungen, Aggressivität, Depressionen oder Impotenz. Ist der Körper über einen längeren Zeitraum durch Schlafapnoen beeinträchtigt, können erhebliche Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfälle auftreten. Auch der als „Sekundenschlaf“ bekannte Aussetzer ist häufig eine Folge von Schlafapnoe.

Umfassende Informationen über Diagnose, Symptome, Therapie und Folgen bietet die IGS-Website unter www.initiative-gesunder-schlaf.de. Wissenswertes über Patientenrechte und eine Linkliste über Schlaflabore runden das Angebot ab.


www.spectaris.de
SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für optische,
medizinische und mechatronische Technologien e.V.
Saarbrücker Straße 38, D-10405 Berlin