In den westlichen Industrieländern ist die Fettleber die häufigste Lebererkrankung überhaupt. Oft tritt sie in Verbindung mit einem metabolischen Syndrom auf. Häufig wird Ultraschall eingesetzt, um eine Fettleber zu diagnostizieren. Ein einfacher Algorithmus aus nicht-invasiven Parametern könnte jedoch bei der Diagnose in der ärztlichen Praxis helfen.

Eine Gruppe um Dr. Giorgio Bedogni vom Liver Research Center an der Universität von Triest in Italien hat jetzt aus den Daten der „Dionysos Nutrition and Liver Study“ einen solchen Score entwickelt und kürzlich auf der 41. Jahrestagung der “European Association for the Study of the Liver (EASL)” vorgestellt.

Genutzt wurden die Daten von 216 Patienten mit vermuteter Lebererkrankung ohne Hepatitis B und C. 280 gesunde Personen dienten als Kontrollgruppe. Aus den Daten entwickelten die Studienleiter einen „Fatty Liver Index (FLI)“ aus fünf Parametern: Geschlecht, Gamma-Glutamyl-Transferase, Body Mass Index, Hüftumfang und Triglycerid-Spiegel. Der Score umfasst Werte von 1 bis 5. Für die einzelnen Parameter werden Teilwerte vergeben. Summieren sich die Teilwerte auf 1, dann kann eine Fettleber nach Überzeugung der Studienleiter praktisch ausgeschlossen werden. Ab einem Wert von 3 ist eine solche Fettleber aber sehr wahrscheinlich und bei höheren Werten gegen 5 nahezu sicher.

Natürlich, so stellen die Autoren klar, kann dieser Score nur als erster Anhaltspunkt für Verdacht auf Fettleber dienen. Bei Verdachtsfällen muss Ultraschall eingesetzt werden. Außerdem kann mit diesem Score nicht der Typ der Fettleber bestimmt werden. Dazu ist noch immer eine Biopsie nötig. Immerhin kann der Score dazu dienen, Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Fettleber schon rechtzeitig zu einer Ernährungsberatung zu schicken.

MEDICA.de; Quelle: 41. Jahreskongress der European Association for the Study of the Liver (EASL) Abstract 676