Kardiovaskuläre Todesfälle treten in höher gelegenen Gebieten häufiger auf, in tiefer gelegenen Regionen dagegen seltener. Außerdem ist die Todesrate im Winter höher als im Sommer. All dies zeigt einen auffälligen Zusammenhang mit der Vitamin D-Versorgung.

Bedingt durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung ist diese im Sommer besser als im Winter. Pathophysiologisch ist dieser Zusammenhang durchaus zu erklären: Vitamin D beeinflusst die vaskulären glatten Muskelzellen und steuert Entzündungsprozesse sowie vaskuläre Kalzifikationen. All dies hat Auswirkungen auf das Risiko von Myokardinfarkten und anderen kardiovaskulären Ereignissen.

Nun wurde dieser Verdacht in einer großen Studie mit Daten belegt. Man zog dafür die „Health Professionals Follow-up Study (HPFS)“ heran, an der 18.225 Männer im Alter zwischen 40 und 75 Jahren teilgenommen hatten. Zu Beginn der Studie waren alle Männer jeweils frei von Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung.

Während des zehnjährigen Nachbeobachtungszeitraums traten 454 Fälle eines nicht-tödlichen Myokardinfarktes oder einer tödlichen kardiovaskulären Erkrankung auf. 900 gesunde Personen wurden randomisiert ausgewählt, um als Vergleichsgruppe zu dienen.

Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang des kardiovaskulären Risikos mit dem Vitamin D-Spiegel: 70 betroffene Männer und 207 Männer aus der Kontrollgruppe hatten zu Beginn der Studie eine gute Vitamin D-Versorgung mit mehr als 30,0 ng/mL 25(OH)D. Im Vergleich dazu stieg das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei einem 25(OH)D-Spiegel von 22,6 bis 29,9 ng/mL auf das 1,72-fache, sank dann aber bei Werten zwischen 15,1 und 22,5 ng/mL auf das 1,65-fache. Jene Männer, deren Vitamin D-Versorgung ganz schlecht war – Werte unter 15,0 ng/mL – hatten ein 2,42-fach höheres Risiko für einen Myokardinfarkt oder ein anderes tödliches kardiovaskuläres Ereignis.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2008, Vol. 168, S. 1174-1180