Die Reduktionsdiäten gegen Übergewicht, die zur Zeit üblich sind, betonen in der Regel einen bestimmten Energieträger. Daher ist die Auswahl der Lebensmittel bei diesen Reduktionsdiäten stark eingeschränkt, was sich in einer hohen Abbruchrate dieser Diäten niederschlägt. Um die Akzeptanz und Einhaltung der Diäten zu verbessern, haben Ernährungsmediziner des Walther-Straub-Instituts, München, eine Kombination der low-carb- und low-fat-Diät in der Langzeittherapie des Übergewichtes untersucht.

517 adipöse Patienten mit einem durchschnittlichen BMI von 34 kg/m2 nahmen zehn Wochen lang einmal wöchentlich an einem 90-minütigen Schulungsprogramm teil. Den Teilnehmern wurde empfohlen, in der ersten Tageshälfte eine low-fat Diät und nach einem Zeitraum von vier Stunden eine low-carb Diät einzuhalten. Zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag sollten Hungerattacken und Blutzuckerschwankungen minimieren. Nach den zehn Wochen wurden für sechs Monate monatliche Nachbetreuung und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen angeboten. Sieben Jahre lang nahmen die Studienleiter jährlich follow-up Untersuchungen vor.

74 der 517 Teilnehmer (14 Prozent) schieden vorzeitig aus dem Programm aus. Während des zehnwöchigen Schulungsprogramms konnte neben einer Gewichtsabnahme eine Abnahme der Triglycerid-, Cholesterin-, Glucose- und Harnsäurewerte im Blut festgestellt werden. Nach Intention-to-treat-Analyse wurden nach einem beziehungsweise sieben Jahren durchschnittliche Gewichtsabnahmen von 6,5 kg beziehungsweise 5,5 kg gemessen. Bei einem Vergleich des Gewichtsverlustes nach einem Jahr liegt bei den Teilnehmer der FACTS-Diet derselbe Gewichtsverlust vor wie bei Personen, die eine low-carb Diät durchführten. Im Vergleich zu einer low-fat-Diet ist der Gewichtsverlust höher. Die FACTS-Diet ist also eine Kostform, mit der eine langfristige Gewichtsabnahme und eine Besserung der adipositas-assoziierten Risiken möglich ist.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion