In den letzten Jahren hat sich die Palette der Wirkstoffe gegen rheumatische Erkrankungen durch biologische „disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs)“ erweitert. Vor diesem Hintergrund hat jetzt das „American College of Rheumatology (ACR)“ seine Leitlinien zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis erweitert. Die neuen Leitlinien sagen unter anderem:

Methotrexat oder Leflunomid werden bei den meisten Patienten mit rheumatoider Arthritis als Therapie der ersten Wahl empfohlen. Bei schweren Krankheitssymptomen kommt eine Dreifachtherapie mit Methotrexat, Hydrochloroquin und Sulfasalazin in Frage, unabhängig von der Krankheitsdauer oder schlechten prognostischen Zeichen.

Wurde die rheumatoide Arthritis erst innerhalb der vergangenen drei Monate diagnostiziert und tritt sie mit großer Kraft und schweren Krankheitssymptomen auf, dann sind die Anti-TNFalpha-Wirkstoffe Etanercept, Infliximab oder Adalimumab empfehlenswert. Ansonsten sollte man diese Wirkstoff in Betracht ziehen, wenn die Krankheitssymptome längerfristig anhalten oder intermittierend auftreten und eine Therapie mit Methotrexat nicht den erhofften Erfolg zeigte.

Generell sind DMARD kontraindiziert bei einer Tuberkulose, schweren Infektionen der oberen Atemwege oder Hautulzerationen, die nur schwer abheilen. Methotrexat darf nicht angewendet werden, wenn der Patient in Zusammenhang mit seiner rheumatoiden Arthritis an einer Pneumonie oder einer interstitiellen Lungenerkrankung unbekannter Genese leidet. Leflunomid und Methotrexat dürfen bei einer Myelodysplasie nicht eingesetzt werden.

Plant ein Arzt, biologische DMARD einzusetzen, dann sollten mögliche Risikofaktoren für eine Tuberkulose berücksichtigt werden. Besondere Risikogruppen wie etwa Wohnsitzlose haben ein erhöhtes Risiko, dass durch den Einsatz von Anti-TNFalpha-Wirkstoffen ihre latente Tuberkulose wieder reaktiviert wird.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis Care Research 2008, Vol. 59, S. 762-784