Asthma hat in Deutschland eine hohe Prävalenz. Zugleich zeigt die Versorgung einen gewissen Grad an Variabilität. Vor diesem Hintergrund hat jetzt die Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (äzq) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ärzte- und Fachverbänden eine "Nationale Versorgungs-Leitlinie Asthma" erstellt. Diese behandelt auch das Asthma im Kindes- und Jugendalter.

In Anlehnung an internationale und nationale Leitlinien unterscheidet die "Nationale Versorgungs-Leitlinie Asthma" das Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter in intermittierendes- und persistierendes Asthma, wobei das persistierende Asthma eine leichte, mittelschwere und schwere Verlaufsform nehmen kann. Dabei berücksichtigt die Leitlinie bei der Schweregradeinteilung bei Schulkindern neben der Symptomfrequenz auch die Lungenfunktionsergebnisse.

Entsprechend der Schweregradeinteilung unterscheidet die Leitlinie vier Therapiestufen. Für die Bedarfstherapie schlagen die Experten ein kurzwirksames Beta-2-Adrenergikum, bei schlechter Verträglichkeit ein Atropinderivat zum Beispiel Ipratropiumbromid vor. In der antientzündlichen Dauertherapie sind inhalierbare Kortikosteroide (ICS) die Mittel der ersten Wahl.

Beim leichten persistierenden Asthma (Stufe 2) können für vier bis acht Wochen Cromone (DNCG oder Nedrocromil) eingesetzt werden, vor allem bei Kortisonangst. Müssen ICS so hoch dosiert werden, dass Nebenwirkungen zu erwarten sind, sollten als add-on-Medikamente Antileukotriene, langwirksame Beta-2-Adrenergika und retardierte Theophylline gegeben werden (Stufe 3). Im Säuglings- und Kleinkindesalter sollte man den Antileukotrienen den Vorzug geben.

MEDICA.de; Quelle: Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung: Nationale Versorgungs-Leitlinie Asthma