Die mütterliche Mortalität hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant verbessert. 1935 starben noch 582 Frauen pro 100.000 Lebensgeburten. Heute sind es nur noch 8,9. Amerikanische Wissenschaftler wollten Risikofaktoren der mütterlichen Mortalität identifizieren.

Retrospektiv untersuchten die Forscher alle mütterlichen Todesfälle oder Fast-Todesfälle im Weiler Hospital/Montefiore Medical Center in den USA während einer Periode von sechs Jahren. Diese Fälle wurden mit einer gleich großen Gruppe von Frauen verglichen, die im selben Zeitraum problemlos entbunden hatten.

Bei 25.837 Geburten gab es acht Todesfälle und 69 Fast-Todesfälle, bei denen die Frauen auf der Intensivstation behandelt werden mussten oder sonstige Notfallbehandlungen erfuhren. Besonders gefährdet waren schwarze Frauen. Deren relatives Mortalitätsrisiko lag bei 7,4. Ein vorausgegangener Kaiserschnitt erhöht das Risiko immerhin noch auf das fünffache (5,2). Mütter im Alter zwischen 35 und 39 Jahren haben ein relativ erhöhtes Morbiditätsrisiko von 2,3. Dieses Risiko erhöht sich auf das 5,1-fache, wenn die Mutter älter als 39 Jahre ist. Übergewicht erhöht das Mortalitätsrisiko ebenfalls, auf das 3-fache.

Zum größten Erstaunen der Wissenschaftler hatten Faktoren wie der Versicherungsstatus, Familienstand und Bildungsgrad keinen Einfluss auf die mütterliche Geburtsmortalität.

Eine der wichtigsten Lehren aus dieser Studie: Nur wenige der Risikofaktoren, welche die mütterliche Mortalität erhöhen, kann man beeinflussen und diese sind seit langem bekannt. So raten Ärzte seit Jahrzehnten: Man sollte nicht zu lange mit dem Kinderwunsch warten und nicht zu viel Gewicht mit sich herum tragen.

Da die Zahl übergewichtiger Frauen zunimmt und die werdenden Mütter zugleich immer älter sind, erwarten die Studienleiter eher noch eine Zunahme mütterlicher Todesfälle bei der Geburt, als das diese Zahl weiter abnehmen könnte.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2007, Vol. 109(4 [suppl]), S. 40S