Das haben jetzt US-amerikanische Wissenschaftler der University of North Carolina in Chapel Hill mit einer Meta-Analyse gezeigt: Sie analysierten 23 Studien, die sie über verschiedene Datenbanken recherchiert hatten. An diesen Studien hatten insgesamt 313.967 Frauen über 40 Jahre teilgenommen. Alle Studien hatten die Frage untersucht, ob eine falsch-positive Mammographie das Verhalten einer Frau verändert.

Dies ist offenbar so, wie die Meta-Analyse zeigt. Wird bei einer Frau aufgrund einer Mammographie eine falsch-positive Diagnose gestellt, dann neigt die Frau dazu, sich in Zukunft häufiger selbst zu untersuchen. Außerdem ist die Neigung, sich regelmäßig einem Routine-Screening zu unterziehen, bei diesen Frauen wesentlich höher. Das gilt zumindest für US-amerikanische Frauen. Bei Europäerinnen dagegen steigt die Neigung zu einem Screening nicht nach einem falsch-positiven Befund.

Wenn Frauen nach dem Schreck einer falsch-positiven Mammographie besser auf ihre Gesundheit achten, ist das zunächst positiv. Die ganze Sache hat aber auch negative Seiten: So steigt bei den Betroffenen offenbar die Angst und es werden in entsprechenden Tests höhere Stresswerte gemessen. Allerdings erreichen diese Werte nicht pathologischen Charakter. Diese negativen Auswirkungen einer falsch-positiven Mammographie können mehrere Jahre andauern.

Natürlich kann man die Zahl falsch-positiver Mammographien nicht so einfach senken, da es immer eine gewisse Anzahl falscher Ergebnisse geben wird. Die Studienleiter fordern daher, bei betroffenen Frauen wenigstens die Auswirkungen abzumildern, indem man ihnen eine zeitnahe Wiederholung anbietet, um die Zeit der Anspannung und Ungewissheit möglichst kurz zu halten.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2007, Vol. 146, S. 502-510, 529-531