Fasten lindert Arthroseschmerzen

Bild: Ein Steak mit Beilage

Fasten bringt die Patienten dazu
öfter mal auf ein Steak zu
verzichten; © Hemera

Bei ärztlich kontrolliertem so genanntem "Saftfasten" gehen schon nach 15 Tagen die Schmerzen in den Gelenken massiv zurück, die Gelenkfunktion verbessert sich und das Wohlbefinden der Patienten wird gesteigert. Dieser positive Effekt hält auch drei Monate nach Abschluss der 15-tägigen Fastenkur noch an. Arthrosepatienten könnten so mit Hilfe des Heilfastens auf ihre täglichen Schmerzmedikamente verzichten oder zumindest die Zahl der Tabletten massiv verringern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kompetenzzentrums Naturheilverfahren des Universitätsklinikums Jena (UKJ) mit 36 Probanden mit Arthrose, in der die therapeutische Wirksamkeit einer ambulanten Fastenkur auf den Schmerz, die Gelenkfunktion und die Befindlichkeit bei Patienten mit Gon-, Cox- und Polyarthrose (Knie-, Hüft- und Fingergelenksarthrose) untersucht wurde.

"Wir haben verblüffende Ergebnisse erhalten", erklärt Prof. Dr. Christine Uhlemann, Leiterin des Kompetenzzentrums Naturheilverfahren am UKJ. "Bei allen Patienten gingen während des Heilfastens die Schmerzen deutlich zurück und die anfänglich eingeschränkte Gelenkfunktion hat sich signifikant verbessert, auch durch den positiven Nebeneffekt der Gewichtsabnahme", so Uhlemann.

Hintergrund dieses Effekts ist der Zusammenhang zwischen Ernährung und degenerativen Vorgängen: Besonders der Konsum von tierischen Produkten begünstigt durch die Zufuhr von Arachidonsäure aus tierischen Fetten die Entstehung und Verstärkung von Entzündungen, wie diese bei Rheuma und Arthrose in den Gelenken ablaufen

Niemand könne allerdings lebenslang fasten, um die Gelenkveränderungen zu stoppen. "Wir konnten jetzt allerdings zeigen, dass Fasten sehr wohl auch einen langfristigen positiven Effekt hat", betont Uhlemann. Denn nach der Fastenkur behält der Großteil der Probanden ein verändertes Ernährungsverhalten bei: Viel vegetarische, wenig tierische Produkte und generell verkleinerte Portionen.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena