Bewiesen ist, dass eine langfristig reduzierte Kalorienzufuhr die Lebensspanne verlängert – bei Nagetieren! Ob das auch für Menschen gilt, wurde bislang nur unzureichend untersucht.

Nun hat sich das "Pennington CALERIE (Comprehensive Assessment of Long-term Effects of Reducing Intake of Energy)"Team aus Baton Rouge, USA, auf die Spuren der Langlebigkeit gemacht. Zwischen März 2002 und August 2004 gewannen sie 48 gesunde Männer und Frauen für ihre Studie. Alle waren leicht übergewichtig, aber nicht fettsüchtig.

Randomisiert erhielten die Probanden sechs Monate lang entweder so viel Nahrung, dass sie ihre Gewicht halten konnten (Gewichtserhaltungsgruppe) oder eine Diät, die 25 Prozent weniger Kalorien enthielt, als zu Beginn der Studie nötig gewesen wäre. In einer weiteren Gruppe erhielten die Probanden 12,5 Prozent weniger Kalorien, erhöhten aber durch Bewegung ihren Kalorienverbrauch ebenfalls um 12,5 Prozent. In einer vierten Gruppe wiederum wurden die Probanden mit 890 kcal/Tag „abgespeist“ bis sie 15 Prozent ihres Gewichtes verloren hatten. Danach erhielten sie eine Gewichtserhaltungsdiät.

In allen drei Interventionsgruppen sank der Nüchtern-Glukosewert. Dehydroepiandrosteronsulfate (DHEAS) und Glukosewert blieben unverändert. Der Energieverbrauch des Körpers in Ruhe sank in den drei Interventionsgruppen um 117 bis 135 kcal/Tag. Das war mehr, als unter dem Gewichtsverlust zu erwarten war. Außerdem traten weniger DNA-Schäden auf und die Körperkerntemperatur sank ab.

Mindestens zwei Marker der Langlebigkeit – nämlich der Nüchtern-Glukosewert und die Körperkerntemperatur – werden also durch langanhaltendes Fasten verbessert. Langzeitstudien müssen nun zeigen, ob sich das auch tatsächlich in einer längeren Lebenserwartung niederschlägt – und ob das Fasten auch die Lebensqualität erhöht!

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association (JAMA) 2006, Vol. 295, S. 1539-1548