Fehler im Immungedächtnis verursacht Schuppenflechte und Neurodermitis

Foto: Handtellergroßer Hautfleck am Ellenbogen

Schuppenflechte ist eine Hautkrank-
heit, die sich häufig durch stark
schuppende, punktförmige bis hand-
tellergroße Hautstellen zeigt, häufig
an den Ellenbogen; © pantherme-
dia.net / Christine Langer-Püschel

Schuppenflechte und Neurodermitis werden den Forschungsergebnissen von Stefanie und Kilian Eyerich zufolge durch eine Fehlsteuerung des immunologischen Gedächtnisses verursacht. Die Studie des Forscherehepaares ist ein Meilenstein in der Ursachenforschung weit verbreiteter Krankheiten.

Die beiden am Helmholtz Zentrum München und der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität München (TUM) beschäftigten Wissenschaftler haben anhand einer seltenen Gruppe von Patienten, die unter beiden Krankheiten leiden, gezeigt, dass die T-Zellen des Immunsystems in der Haut ein Entzündungsprogramm aktivieren, das entweder zu Neurodermitis oder Schuppenflechte führt. „Diese Studie unterstreicht die wichtige Rolle der T-Zellen bei Schuppenflechte“, sagt Professor Johannes Ring, Direktor des Departments Dermatologie und Allergologie am Biederstein.

Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, welche Moleküle die T-Zellen dazu veranlassen, die Erkrankungen auszulösen. Trotzdem ist klar, dass sich „zukünftige Therapiestrategien vor allem auf die Fehlsteuerung des immunologischen Gedächtnisses fokussieren sollten“, so Professor Carsten Schmidt-Weber, Leiter des ZAUM.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt