Eine funktionierende „Fehlerkultur“ zeige Schwächen im System rechtzeitig auf und erhöhe die Patientensicherheit, wie Prof. Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCh, erklärte.

Deutsche Rechtsmediziner erfassen pro Jahr etwa 40.000 Vorwürfe, die sich auf Behandlungsfehler beziehen. Allerdings sind sie nur in knapp sieben Prozent der Beschwerden berechtigt. In Fällen mit Todesfolge treffen sie am häufigsten die Chirurgie, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bonn im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) ergab.

Als größte Fehlerquelle benennt Bauer das Kommunikationsdefizit zwischen Ärzten, Patienten und Mitarbeitern, das aus fehlender Zeit resultiert. „Viele Behandlungsvorwürfe ließen sich vermeiden, wenn sich Patienten durch ihren Arzt ausreichend beachtet und ernst genommen fühlten“, sagt Bauer.

Aber mit einem System im Sinne eines „Critical Incident Reporting“ soll nach dem Vorschlag der DGCh Abhilfe geschaffen werden. Grundlegend sind dabei transparente Abläufe – vor allem auch an Schnittstellen, vollständige Dokumentation und klare Arbeitszeiten.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCh)