Feinste Schnitte und Maß-Implantate mittels Laser

CT-Daten lassen den Patienten
virtuell entstehen; © caesar

Die Forscher entwickelten ein Lasersystem, das feinste Schnitte von nur 0,2 mm durch Knochen und Knorpel ermöglicht. Das Lasersystem OsteoLas wird Chirurgen zukünftig als hochpräzises Instrument zum Durchtrennen von Knochen dienen, beispielsweise in der Neuro-, Herz- und Gesichtschirurgie.

Es ermöglicht Schnitte und dreidimensionales Abtragen von Knochen und Knorpeln ohne Wärmeschäden, Knochenmehl und metallischen Abrieb, so die Wissenschaftler. Das optimierte CO2-Lasersystem arbeitet mit extrem kurzen Pulsen in Kombination mit einem feinen Luft-Wasserspray, was laut der Forscher eine Schädigung des umliegenden Gewebes vermeidet.

Die Arbeitsgruppe Rapid Prototyping hingegen umfasst ein Leistungsspektrum, das sich von der Entwicklung von körperverträglichen Materialien auf Kunststoff- und Keramikbasis bis zu deren computergesteuerter Verarbeitung erstreckt. Ein spezielles Rapid-Prototyping-Verfahren hilft den Wissenschaftlern, computergeplante und patientenindividuelle Implantate fertigen zu können.

Die Arbeitsgruppe Holografie und Lasertechnologie entwickelt ein System zur holografischen dreidimensionalen Vermessung von Gesichtern. Mit einem kurzgepulsten Laser wird ein Porträthologramm des Patienten erstellt, das anschließend digitalisiert wird. Der so erstellte Datensatz liefert ein dreidimensionales Computermodell des Patienten, das beliebig vergrößert und gedreht werden kann.

In Verbindung mit Computertomografiedaten entstehen Modelle, die sowohl die knöcherne Struktur des Gesichtes als auch das darüber liegende Weichgewebe darstellen. Diese Einsichten eröffnen im Bereich der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie neue Möglichkeiten der Operationsplanung und Dokumentation, um optimale funktionelle und ästhetische Ergebnisse zu erzielen. Einige Verfahren werden bereits in der Klinik getestet.

MEDICA.de; Quelle: Forschungszentrum caesar