Fetuin-A ist ein Glykoprotein, das in den Hepatozyten produziert und in hoher Konzentration in das Serum sekretiert wird. Dieses Protein bindet in den Muskeln und im Fettgewebe die Insulinrezeptor-Tyrosinase-Kinase, was die Insulinresistenz in diesen Geweben erhöht. Tatsächlich konnten Studien zeigen, dass erhöhte Serumspiegel von Fetuin-A die systemische Insulinresistenz erhöhen. Allerdings zeigt Fetuin-A auch eine andere Wirkung: Es vermindert die Kalzifizierung von Gefäßen. In der „Health ABC Study“wurde nun untersucht, ob der Fetuin-A-Spiegel einen Zusammenhang mit dem Risiko eines Diabetes mellitus vom Typ 2 aufweist.

3.075 Personen im Alter zwischen 70 und 70 Jahren nahmen daran teil. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Probanden der Fetuin-A-Spiegel gemessen. Während des Nachbeobachtungszeitraums, der durchschnittlich sechs Jahre dauerte, diagnostizierte man bei 135 der Probanden einen Diabetes mellitus Typ 2. Dies verglich man dann mit den Fetuin-A-Spiegeln, die zuvor gemessen worden waren.

Dabei zeigte sich tatsächlich, dass es einen nachweisbaren und signifikanten Zusammenhang zwischen diesem Spiegel und dem Risiko eines Diabetes mellitus Typ 2 gibt: Probanden mit einem Wert von mehr als 0,97 g/L, dies entsprach der obersten Tertile der Werte, hatten ein 2,41-fach höheres Erkrankungsrisiko als die Probanden, deren Werte in der untersten Tertile lagen, nämlich unter 0,76 g/L. Dies galt, nachdem man Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck und andere Werte heraus gerechnet hatte.

Die Studie hat Schwächen, wie die Leiter selbst schreiben. So hatte man den Fetuin-A-Spiegel nur ein einziges Mal bestimmt, da die beiden Studien eigentlich anderes nachweisen sollten. Dennoch sind die Hinweise darauf, dass Fetuin-A ein wichtiger Prädiktor für das Diabetesrisiko sein könnte, groß genug, um diesen Hinweisen in prospektiven Studien nachzugehen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2008, Vol. 300, S. 182-188