Fibrillen verstärken HIV-Infektion

HIV schnürt sich von Lymphozyt ab

HIV-Vermehrung hat Helfer
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Forscher von der Universität Ulm konnten zeigen, dass Fragmente eines in großen Mengen vorhandenen Spermamarkers, der sogenannten Sauren Prostataphosphatase (PAP), amyloide Fibrillen ausbilden. Diese Fibrillen, als Semen-Enhancer of Virus Infection (SEVI) bezeichnet, binden HIV-Partikel mit hoher Effizienz und verstärken die Anheftung der Viren an die Zielzellen.

Die Forscher konnten außerdem belegen, dass Sperma selbst die HIV-Infektion fördert und Beweise dafür vorlegen, dass SEVI deutlich zu diesem verstärkenden Effekt beiträgt. "Die enorme Effizienz von SEVI, die großen Mengen des Vorläufereiweißes im Sperma und die Tatsache, dass die Virusmenge, die beim heterosexuellem Verkehr übertragen wird, normalerweise zu gering für eine erfolgreiche Infektion ist, machen es äußerst wahrscheinlich, dass diese Fibrillen wichtig für die sexuelle Übertragung des HI-Virus sind", meinen die Forscher.

"Die Stärke der Effekte war überraschend. In Gegenwart von SEVI benötigten wir nur einige wenige Viruspartikel um Zellen zu infizieren - mehr als 1000-fach weniger als sonst", sagte Frank Kirchhoff, der Seniorautor der Studie. "Dies ändert die bisherige Lehrmeinung, dass nur ein kleiner Teil der Viren infektiös ist."

Die Forscher zeigten auch, dass die Fähigkeit der Fibrillen virale Infektionen zu verstärken nicht nur auf HIV beschränkt ist. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass das Auftreten derartiger Fibrillen weit häufiger ist als bisher angenommen und keinesfalls nur auf Erkrankungen wie Alzheimer beschränkt ist. "Derzeit kennt man etwa 30 Krankheiten, die mit amyloiden Ablagerungen assoziiert sind und amyloide Fibrillen werden auch von manchen Bakterien und Pilzen produziert", sagt Jan Münch, Erstautor der Studie. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass amyloide Aggregate eine Rolle bei der Übertragung und Pathogenität einer ganzen Reihe von Krankheitserregern spielen könnten.“

MEDICA.de; Quelle: Universität Ulm