Das haben spanische Mediziner des Hospital de Mosoles in Madrid herausgefunden. Sie zeichneten bei 50 schwer kranken Patienten mit Multiorganversagen penibel die Daten zur Körpertemperatur auf. Mit Hilfe spezieller Berechnungen analysierten sie die Entropie. Jeden zweiten Tag machten sie zudem ein "Sequential Organ Failure Assessments (SOFA)". Dessen Score wurde schließlich mit der Komplexität des Fieberkurve in Beziehung gesetzt.

Der durchschnittliche Entropie-Wert lag bei den Nicht-Überlebenden bei 0.459 und bei den Überlebenden bei 0.596. Wie der Vergleich zeigte, korreliert die Komplexität der Fieberkurve gut mit den SOFA-Werten. Patienten, die an Multiorganversagen starben, hatten eine signifikant geringere Komplexität der Fieberkurve als Überlebende (p kleiner 0.001 für alle Vergleiche). Offenbar steigt das Mortalitätsrisiko bereits bei kleinen Veränderungen der Komplexität der Fieberkurve deutlich an.

Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Komplexität der Fieberkurve und der SOFA-Wert haben unabhängig voneinander ungefähr dieselbe Aussagekraft für die Prognose des Multiorganversagens.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2006, Vol. 174, S. 290-298