Grundlage der Studie sind 116 Jahresabschlüsse von 508 Pflegeheimen sowie Daten von etwa 10 000 stationären Pflegeeinrichtungen, die unter anderem Rückschlüsse auf regionale Unterschiede bezüglich der Preisniveaus, der Pflegeheimgrößen und des Personalaufwands pro Pflegeplatz ermöglichen. Dabei zeigt sich beispielsweise, dass bis 2020 der Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen in Ostdeutschland besonders hoch sein wird.

Zudem ist die Heimunterbringung in Westdeutschland teurer als in Ostdeutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, dem Rhein-Main-Gebiet und Teilen Baden-Württembergs. Dabei steigt das Preisniveau der untersuchten Heime mit der Heimgröße, der Personalintensität und dem vor Ort verfügbaren Einkommen je Einwohner.

Die totale Umstellung der SPV auf ein Kapitaldeckungsverfahren scheint allerdings politisch nicht durchsetzbar, weshalb in der Studie ein Mix der Maßnahmen empfohlen wird. Die Kriterien zur Inanspruchnahme von Leistungen sollten leicht verschärft und die Beiträge leicht erhöht werden. Gleichzeitig sollten die Pflegesätze leicht reduziert und der Wettbewerb zwischen Leistungsanbietern gestärkt werden, so dass es zu einer Preisreduktion bei Pflegeheimen kommt.

Zudem sollte schrittweise eine zusätzliche private Vorsorge aufgebaut werden. Um in einem stärkeren Wettbewerb bestehen zu können, sollten die Pflegeheime selbst sich neu ausrichten und Teil einer sektorübergreifenden Gesundheitsversorgung werden, die Krankenhäuser, Rehakliniken, niedergelassene Ärzte und den Immobiliensektor einschließt. Die Bildung von Pflegeheimketten und die Segmentierung der Pflegeleistungen auf bestimmte Patientengruppen könnten weitere Bestandteile wirtschaftlicheren Arbeitens sein.

MEDICA.de; Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.