Fingerabdruck der Antikörper

Das Antikörper-Muster entsteht, weil das Immunsystem durch Genumlagerungen und Mutationen Milliarden unterschiedlicher Antikörpervarianten produziert. „Die Antikörper-Vielfalt bestimmt vermutlich mit, ob und wie Impfstoffe wirken. Bislang war es unvorstellbar, sie umfassend zu beschreiben“, sagt Professor Oliver Pabst vom MHH-Institut für Immunologie.

Mit einem besonders leistungsfähigen Gen-Sequenzierer am MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene konnten die Forscher nun rund eine Million Gen-Sequenzen analysieren, die die Antikörpervarianten hervorbringen. Diese Zahl übertrifft bei weitem die Auflösung, die bei vergleichbaren Forschungsarbeiten üblich ist. „Damit wird es möglich, die Entwicklung neuer Impfstoffe, beispielsweise gegen Salmonellen oder EHEC, zu erleichtern“, sagt Doktor Immo Prinz.

Die Wissenschaftler konnten auch zeigen, dass die Antikörper-Muster relativ stabil sind. Dazu entfernten sie Plasmazellen, die Antikörper hervorbringen. Sobald die Plasmazellen nachgewachsen waren, produzierten sie wieder die gleichen Antikörper. „Damit konnten wir eindeutig nachweisen, dass es im Darm ein immunologisches Gedächtnis gibt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von oralen Impfstoffen“, sagt Pabst.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover (MHH)